Corona-Crash | Von wegen Hysterie | Humor!
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Stimme
des Westens

Moritz Döbler

10. März 2020

Liebe Frau Do,

von einem Schwarzen Montag war gestern an der Börse die Rede, der Dax schloss mit einem Minus von 7,94 Prozent. Schuld ist die Ausbreitung des Coronavirus, die schon vergangene Woche die Kurse ins Minus getrieben hatte. Unsere Wirtschaftschefin Dr. Antje Höning sieht jedoch eine Reihe weiterer Faktoren: die Korrektur zuletzt sehr hoher Kurse, der Ölpreisschock und die schon länger grassierende Angst vor der nächsten Rezession. Manche sehen die aktuellen Niveaus als Einstiegskurse, aber die alte Börsenweisheit, man solle nie in ein fallendes Messer greifen, spricht dagegen.

Das Coronavirus trifft nicht nur die Wirtschaft, sondern verändert unser Zusammenleben, vom Verzicht aufs Händeschütteln bis zum Home-Office. Prompt findet sich auch hier die neue deutsche Erzählung wieder, ein Mainstream aus Politik und Medien unterjoche die Welt. Der frühere „Handelsblatt“-Chefredakteur Gabor Steingart spricht ernsthaft von „der womöglich größten Massenhysterie der Moderne“. Sein Superlativ wertet fatalerweise die notwendige Vorsorge ab. „Schlimmer noch als der Klimaleugner ist der Corona-Verharmloser“, schreibt er. Solche Beifall heischenden Formulierungen wirken zersetzend.

Ja, manche Menschen reagieren übertrieben, aber man sollte sie nicht hysterisch schimpfen. Das Coronavirus ist gefährlich, weil es neu ist und wir deswegen, anders als bei bekannten Grippeviren, nicht immun sein können. Das größte Risiko liegt in seiner pandemischen Ausbreitung. Und die Opfer des Coronavirus mit den Millionen Verkehrstoten zu saldieren, kommt mir zynisch vor. Mit dem Argument müssten wir uns um Syrien nicht scheren, denn es gab schlimmere Kriege. Bleiben Sie also gelassen, und informieren Sie sich, ob nun bei unserem laufend aktualisierten Live-Ticker oder bei anderen Medien.

Eine vielversprechende Nachricht gibt es übrigens auch, wie unser Medizin-Experte Dr. Wolfram Goertz recherchiert hat: In die Entwicklung von Medikamenten gegen das Coronovirus ist unerwartet Schwung gekommen, und daran haben deutsche Forscher wesentlichen Anteil. Er empfiehlt trotzdem ein italienisches Sprichwort: „Vieles lässt sich nicht durch Gewalt, sondern durch Geduld besiegen.“

Auf der Suche nach Geduld kann auch ein gutes Buch helfen, zum Beispiel ein Krimi der deutschen Bestsellerautorin Ingrid Noll. Unser Kulturchef Dr. Lothar Schröder hat ein lesenswertes Interview mit der 84-jährigen Schriftstellerin geführt. „Der Humor ist fast das Wichtigste. Und er ist auch im Alter lebensnotwendig, weil man einfach mal über die eigenen Gebrechen spotten und lachen kann“, sagt sie.

Ich wünsche Ihnen Geduld und Humor auf dem Weg durch diesen neuen Tag.

Herzlich

Ihr

Moritz Döbler

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