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Liebe/r Leser/in,

in der Nacht vom vergangenen Sonntag auf Montag konnte ich kaum schlafen. Ich war zuvor ab 19 Uhr zu Gast im Axel-Springer-Haus, bei meinem ehemaligen Arbeitgeber, wo sich an diesem Abend der Kanzlerkandidat der Union Armin Laschet und der SPD-Kontrahent Olaf Scholz zu jeweils 90-minütigen Interviews für den neuen Sender Bild TV einfanden. Die Parteien der beiden Politiker liegen in Umfragen gleichauf bzw. sind gleich schwach (siehe Seite 20). Und warum das so ist, verriet auch diese „Kanzler-Nacht“ – die Grünen-Kandidatin Baerbock wollte übrigens nicht.

180 Minuten sprachen da also zwei Wahlkämpfer – aber sie kämpften nicht. Sie erklärten und verteidigten die Politik der schwarz-roten Regierungskoalition unter Angela Merkel, die sich seit Corona, der Flutkatastrophe und dem Afghanistan-Desaster nur noch im Auflösungsmodus befindet. „Verdrängen, Verschlampen, Verschlafen“ war die Titelzeile der vergangenen FOCUS-Ausgabe – ich habe leider nicht den Eindruck, dass sich in den kommenden Jahren großartig etwas ändert in Berlin.

Verdrängen: Olaf Scholz, der Kanzlerkandidat, der noch nicht mal SPD-Chef wurde, kniff bei der Frage, ob er ein Bündnis mit der Linkspartei ausschließt, und sagte NICHT Nein. Vielleicht auch deshalb, weil hinter Scholz Linke wie die Parteichefin Saskia Esken stecken, die Ministerin werden will, oder Kevin Kühnert – beide blendet der Kanzlerkandidat in seinen Reden stoisch aus, weil sie das wahre Gesicht hinter der Mogelpackung namens Scholz sind. Die schlimme Botschaft dieser Woche lautet also: Rot-Grün-Rot ist möglich!

Verschlampen: Die Kandidaten von Union und SPD verteidigten mit schwammigen Worten das Versagen der Kabinetts- bzw. Parteikollegen Heiko Maas und Annegret Kramp-Karrenbauer in der Afghanistan-Katastrophe. Politische Verantwortung? Scheinbar abgeschafft!

Verschlafen: die Zukunft! In den Interviews erklärten weder der eine noch der andere Kanzlerkandidat, was denn konkret ihre Pläne, ihre Ideen, ihre Visionen für Deutschland seien. Sie sind Abwehrspieler, keine Angriffsspieler, war mein Resümee gegen Mitternacht in der Journalistenrunde, die im Anschluss an die Interviews ausgestrahlt wurde.

Ich fuhr gegen halb eins ratlos nach Hause. Konnte wie gesagt nicht schlafen. Ich zappte im TV herum und begann auf Amazon die Serie „All or Nothing“ über den Fußballklub Manchester City. Die Serie über die Rekordsaison 2017/18 mit dem Meistertitel in der Premier League zeigt Aufnahmen aus der Umkleide mit dem legendären Trainer Pep Guardiola und gibt einen tiefen Einblick in das Leben des Teams. Sie zeigt, mit welcher Leidenschaft Pep seine Mannschaft bis zu dreimal die Woche zu Höchstleistungen pusht, ihr Mut, Siegeswillen und Kampfesgeist implantiert. Ich war echt beeindruckt. Und schlief mit dem Gedanken ein: Wenn ein Wahlkampf ein Champions-League-Spiel ist – dann stehen bei uns mit Laschet, Scholz und Baerbock die Falschen auf dem Platz.

Also gute Nacht, denn Schlaf ist wichtig, wenn man gesund alt werden will, predigen unsere Wissenschaftsredakteure. Viele Experten glauben, dass der Mensch maximal etwa 120 Jahre alt werden kann, einige halten dagegen. Vorerst sei kein Limit absehbar, sagen Bevölkerungswissenschaftler in unserer aktuellen Titelgeschichte. Verantwortlich für die schon bisher rasante Entwicklung – die Zahl der über Hundertjährigen hat sich in den vergangenen 36 Jahren verzehnfacht – ist vor allem die Medizin. Welche Fortschritte sie macht, welche Wirkstoffe Leben verlängern und was Sie persönlich tun können, um gesund alt zu werden, lesen Sie ab Seite 66.

Mit vielen Grüßen

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Robert Schneider
Chefredakteur FOCUS Magazin


Wochen der Entscheidung

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„Das Vaterland gedenkt seiner großen Menschen“, steht seit 1791 im Pariser Panthéon in Stein gemeißelt. Manchmal dauert das eben etwas länger. Im Fall der französisch-amerikanischen Tänzerin und Widerstandskämpferin Joséphine Baker, die 1975 starb, sogar bis heute. Unter den 80 in der Ruhmeshalle Beigesetzten sind nur fünf Frauen. Jetzt kommt mit Baker die sechste hinzu. Angeregt wurde die Aufnahme ins Panthéon von Bakers Sohn Brian Bouillon-Baker. Am 30. November wird der Sarg seiner Mutter überführt.

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„Ich spreche im Eisenbahnsystem nie über unbefristete Arbeitskämpfe. Aber wir können auch länger streiken als bisher“

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Am Sonntag, 29. August, erhält die Publizistin Rachel Salamander (Foto) den mit 50.000 Euro dotierten Heine-Preis der Stadt Düsseldorf.

Am Mittwoch nimmt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Nürburgring am Staatsakt zum Gedenken an die Opfer der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz teil.

Am Freitag haben sowohl Christian Lindner (FDP) als auch Annalena Baerbock (Grüne) haben Wahlkampf­auftritte in Nordrhein-Westfalen.

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