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Flugverbot fr Seenotretter ist ein Skandal / EKiR-Pressemitteilung [17. Juli 2018]

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EVANGELISCHE KIRCHE IM RHEINLAND
PRESSEMITTEILUNG Nr. 110/2018
17. Juli 2018

 

Flugverbot für Seenotretter auf Malta ist
eine Amputation der humanitären Hilfe

Präses Rekowski warnt: Erst stirbt das Recht, dann stirbt der Mensch

Valletta. Das Flugverbot für das Aufklärungsflugzeug „Moonbird“ der Seenotrettungsorganisation Sea-Watch ist nach den Worten des Vorsitzenden der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Manfred Rekowski, ein Skandal. „Dass die Moonbird nicht fliegen kann, ist eine Amputation der humanitären Hilfe“, sagte Rekowski heute Mittag. „Die Öffentlichkeit soll nicht wahrnehmen, was passiert.“ Derzeit darf die kleine Maschine maltesisches Hoheitsgebiet nicht verlassen.

Das Flugzeug meldet Boote in Seenot an die zuständige staatliche Seenotleitstelle in Rom, die Maßnahmen zur Rettung veranlasst und koordiniert. Die EKD unterstützt den Einsatz der Moonbird finanziell, in diesem Jahr mit bis zu 100.000 Euro.

„Nur weil das Flugzeug bis auf Weiteres nicht starten darf, sterben nicht weniger Flüchtlinge im Mittelmeer“, sagte Präses Rekowski nach seinem Flug, bei dem er sich ein Bild vom Einsatz der Moonbird machen wollte. „Nicht hinzusehen, ist keine Lösung, sondern eine Verdrängung der Flüchtlingskatastrophe. Damit weniger Menschen ertrinken, muss man aber genau hinsehen, nicht wegschauen.“

Für den EKD-Migrationsexperten Rekowski ist das Flugverbot Symptom einer europäischen Abschottungspolitik. Die Europäische Union brauche aber nicht Auslagerung und Abschottung, sondern eine geordnete Flüchtlingspolitik, die humanitären und verantwortbaren Standards genügt. Dazu gehören für Rekowski ein gemeinsames Kontrollieren an den Grenzen, wer nach Europa einreist, und Vereinbarungen darüber, wie Flüchtlinge fair auf die Mitgliedsstaaten verteilt werden. „Es ist völkerrechtswidrig, Menschen in Seenot nicht zu retten. Es ist unverantwortlich, Menschen monatelang in Lagern festzuhalten, andere Staaten für die Abwehr von Flüchtlingen zu bezahlen und gefährliche Herkunftsstaaten für sicher zu erklären. Diese Abschottung schreitet seit Jahren voran und höhlt das internationale und europäische Flüchtlingsrecht aus. Aus der Geschichte wissen wir: Erst stirbt das Recht, dann stirbt der Mensch.“

Aufmerksamkeit sei das, was jetzt nottue, betont Präses Rekowski.  „Deswegen werden wir heute Abend unter dem biblischen Motto ,Wachet und betet‘ auf Malta der verstorbenen Flüchtlinge gedenken und für die vielen Helferinnen und Helfer beten.“ 

 

Hinweise an die Redaktionen:

Die Facebookseiten der EKD und der Evangelischen Kirche im Rheinland berichten live und der Präses bloggt von seiner Reise. Alle Kanäle sowie Fotos, Berichte und Videos sind unter ekir.de/malta verlinkt bzw. abrufbar. Das Material ist zur Berichterstattung kostenfrei verwendbar.

Medienkontakt/-begleitung vor Ort: Wolfgang Beiderwieden, stellvertretender Pressesprecher der Evangelischen Kirche im Rheinland, Telefon +49(0)15201820465, E-Mail wolfgang.beiderwieden@ekir.de

 

 

Absender:
Evangelische Kirche im Rheinland | Das Landeskirchenamt | Dezernat 4.3 Politik und Kommunikation | Arbeitsbereich Kommunikation | verantwortlich: Pressesprecher Jens Peter Iven
Hans-Böckler-Straße 7 | 40476 Düsseldorf | Tel: 0211/4562-373 | Fax: 0211/4562-490 | Mobil: 0172/2603373 | www.ekir.de/presse


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