Vergangene Nacht kam ich mal wieder zu spät zum Abitur. Plötzlich war alles wieder da, das grelle Licht der Deckenstrahler, der Geruch von Gummiboden und feuchten Schwämmen. Und ich irrte durch die Flure und fand den Eingang zum Klassenzimmer nicht, in dem die Prüfung stattfinden sollte. Kennen Sie diesen Traum? Da bin ich mir fast sicher. Und was ich seit dieser freundin-Ausgabe weiß: Auch die Menschen im antiken China kannten ihn schon. Meine Kollegin Ulrike Schädlich hat sich mit den aktuellsten Ergebnissen aus der Traum-forschung beschäftigt und bei der Recherche unter anderem herausgefunden, dass „zu spät kommen“ und „Schule“ seit Jahrhunderten zu den häufigsten Traummotiven gehören. „Es scheint eine genetisch verankerte Konstante zu sein“, schreibt sie. Eine Erkenntnis, die das blöde Gefühl im Bauch ein wenig mildert, das ich heute Morgen beim Aufwachen hatte. ‚Wo kam das denn her?, frage ich mich oft, wenn in meinen Träumen mal wieder die Dinge am laufenden Band schief gehen. Aber auch da gibt es gute Nach- richten, denn solche Träumen haben eine wichtige Funktion, die uns im echten Leben auf Dauer helfen wird. Welche, das verraten wir Ihnen in der neuen freundin.