Schulterblick beim Chefredakteur

8 days ago


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WELT AM SONNTAG
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ein Film, der nur eine einzige Einstellung hat – nämlich den Blick auf den Computerbildschirm, wo sich die Handlung per Nachrichten, Video-Chats und Kameraaufnahmen entwickelt. Kann das funktionieren? Ich bin skeptisch, lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen. Unser Filmkritiker Hans-Georg Rodeck jedenfalls hält „The Searching“ für den Film des Jahrs.
 
Besorgter Vater am Computer des Kindes: John Cho in „Searching“
Herrlich jedenfalls, diesen Newsletter mal nicht mit Politik zu eröffnen – ich hoffe, dass das tatsächlich bis zum Ende der Woche (ich schreibe am Dienstag nach der Konferenz) so bleiben kann. Richtig aktuell steht nur die Befragung von Verfassungsschutzpräsident Maaßen an und natürlich ein potenzieller Rücktritt des redefreudigen Beamten.
Wo wir bei Rücktritt sind: Zurücktreten müsste eigentlich die katholische Kirche. Aus einer internen, von der Deutschen Bischofskonferenz bestellten Studie sind diese Woche erschreckende Zahlen bekannt geworden. 1670 Geistliche haben sich demnach zwischen 1946 und 2014 an Schutzbefohlenen sexuell vergangen, 3677 Taten wurden gezählt – die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher sein. Ein Autorenteam unserer Zeitung zeichnet auf vier Seiten ein Bild von einer Institution, in der Missbrauch systemisch verankert zu sein scheint – bis heute.
Haben Sie in letzter Zeit gebaut oder erinnern sich noch an die Zeit, als Sie gebaut haben? Bei mir lief eigentlich alles ganz reibungslos, nur eine Sache hat mich damals maßlos geärgert: die Grunderwerbsteuer, ohnehin eine Abzocke, die Kapitalbildung durch Bauen verhindert. Ich hatte doppelt Pech: Kurz vor dem Kauf wurde sie in Berlin auch noch erhöht. Ist lange her – im Wirtschaftsressort berichten wir über Sinn und Unsinn der lokalen Steuern.
 
Im Sport beschäftigen wir uns mit dem bevorstehenden Duell Tuchel gegen Klopp in der Champions League und mit einer Situation, die vielen Fußballfans auch in Deutschland mittelfristig Geld sparen könnte: In der englischen Premiere League ist es in diesem Jahr zum ersten Mal so, dass man auch Geisterspiele veranstalten könnte, also ohne die Einnahmen aus den Ticketpreisen gut auskommen würde. Auf Dauer bedeutet das, dass man damit rechnen kann, dass die Eintrittspreise sinken werden – denn für die Stimmung in den Stadien ist der Zuschauer natürlich
entscheidend.
 
Dann gibt es da noch eine Geschichte, die ich kaum glauben kann. Unsere Autorin war in Marrakesch und hat bemerkt, dass sich die Stadt zu einer Fahrradstadt wandelt. Und zwar nicht nur für todesmutige Einheimische, sondern auch für Touristen. Ich habe seit 15 Jahren ein Haus in der marokkanischen Metropole – aber auf die Idee, mich in dieses Verkehrsgewusel mit dem Rad zu stürzen, wäre ich nicht gekommen. Ich bin sehr gespannt! 
Mit bestem Gruß,
Ihr Peter Huth


 




 
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