Siebenbuerger.de-Newsletter Nr. 199

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 Ausgabe: 199 / 01.04.2015
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 INHALTSVERZEICHNIS 
1. Vorwort » Werte, Termine
2. SbZ-Artikel » Stuttgart, Berlin
3. Buch-Tipp » Notizen eines Ruhelosen
4. Diskussionen » Johannis, Verwandte
5. TV-Tipps » Wildnis, Auensicht
6. Interview mit Melitta Mller-Hansen
7. Leserecho
"Lassen Sie uns gemeinsam werben, damit unsere Gemeinschaft wieder wchst."
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 1. VORWORT 
Liebe Leserinnen und Leser,
Ostern steht vor der Tr und damit brechen auch die letzten 50 Tage bis zum Heimattag an. Das groe Pfingsttreffen findet vom 22.-25. Mai in Dinkelsbhl statt und steht diesmal unter dem Motto "Identitt lohnt sich".
In unserer neuen Umfrage wollen wir wissen, inwiefern Sie sich mit den Werten und der Kultur der Siebenbrger Sachsen identifizieren. Ist die siebenbrgisch-schsische Identitt ein Gewinn fr Sie, oder lohnt sie sich nicht?
Ihren eigenen Zugang zu einer Identitt hat unsere Interviewpartnerin Melitta Mller-Hansen, die aus Siebenbrgen eine tiefe Verwurzelung in Kirche und Glauben mitgebracht hat. Weitere Themen des Interviews mit der Beauftragten der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern fr Hrfunk und Fernsehen beim Bayerischen Rundfunk sind die Deportation der Rumniendeutschen und die Prgung, die man erfhrt, wenn man in einer Diktatur lebt.
Eine neue Funktion haben wir bei den Veranstaltungsterminen auf Siebenbuerger.de eingefhrt. Bei jedem Termin finden Sie jetzt eine kleine Grafik, hinter der sich ein Link zum Termin im Datenformat iCalendar befindet. Damit knnen Sie den Termin mit ein, zwei Klicks in Ihren Terminkalender auf das Smartphone oder den PC importieren.
Wir wnschen Ihnen ein gesegnetes Osterfest.
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 2. SBZ-ARTIKEL 
25 Jahre Demokratisches Forum der Deutschen in Rumnien
Anlsslich des 25-jhrigen Jubilums des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumnien (DFDR) wurde am 9. Mrz in Hermannstadt eine Pressekonferenz abgehalten im Beisein des deutschen Auenministers Frank-Walter Steinmeier und seines rumnischen Amtskollegen Bogdan Aurescu. Der DFDR-Vorsitzende Dr. Paul-Jrgen Porr lie zusammen mit dem Abgeordneten Ovidiu Ganţ und Interimsbrgermeisterin Astrid Fodor die Meilensteine der vergangenen 25 Jahre Revue passieren.
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Fhrungswechsel in Baden-Wrttemberg
Am 7. Mrz tagte die Hauptversammlung der Landesgruppe Baden-Wrttemberg im Haus der Heimat in Stuttgart. Sie markiert die zu Ende gegangene Wahlperiode und stellt gleichzeitig die Gesamtbilanz des langjhrigen Landesvorsitzenden Alfred Mrass dar, der seit 1998 die Geschicke in Baden-Wrttemberg bestimmt hatte und auf eigenen Wunsch fr eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfgung stand. Zu seinem Nachfolger whlten die Delegierten den bisherigen stellvertretenden Landesvorsitzenden Michael Konnerth.
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Vernetzung als Strke: Bundesvorstand errterte aktuelle Vorhaben
Der Bundesvorstand des Verbandes der Siebenbrger Sachsen in Deutschland hat in seiner Sitzung am 7. Mrz in Mnchen aktuelle Vorhaben errtert und den Verbandstag vorbereitet, der am 7.-8. November 2015 in Bonn stattfinden wird. Der Verbandstag trifft als oberstes Gremium des Verbandes grundstzliche Entscheidungen ber unsere Gemeinschaft. Der Bundesvorstand beauftragte mit groer Mehrheit den Satzungsausschuss, eine Doppelspitze durch eine entsprechende Satzungsnderung zu ermglichen. Damit will der Verband weiterhin auf die Erfahrungen des derzeitigen Bundesvorsitzenden Dr. Bernd Fabritius zurckgreifen. Dieser wird seit September 2013 als Bundestagsabgeordneter und seit November 2014 als Prsident des Bundes der Vertriebenen durch vielseitige Aufgaben beansprucht. Als Bundesvorsitzender werde er dem Verband nicht mehr zur Verfgung stehen, wre aber gerne bereit, sich durch reprsentative Aufgaben, etwa die politische Vertretung des Verbandes nach innen und auen, einzubringen,
sagte Bernd Fabritius.
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Partner von hoher strategischer Bedeutung: Rumniens Staatsprsident Klaus Johannis besucht Berlin
Der neue Staatsprsident Rumniens Klaus Johannis erweist sich als enormer Gewinn fr sein Land. Bei seinem Antrittsbesuch am 26. Februar in Berlin bekrftigte der Siebenbrger Sachse die starke europische Bindung Rumniens und kndigte eine aktivere Rolle seines Landes bei der Vertiefung der Europischen Union an. Die jngste Krise in der Ukraine und der Konflikt Russlands mit der Europischen Union rcken auch das benachbarte Rumnien in den Fokus internationaler Aufmerksamkeit. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Klaus Johannis sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel "von einem sehr anregenden, sehr freundschaftlichen" Austausch, den man fortsetzen wolle. Johannis' Staatsbesuch blieb zwar in den deutschen Medien weitgehend unbeachtet, erhht aber schlagartig die auenpolitische Bedeutung Rumniens, markiert eine Vertiefung der deutsch-rumnischen Beziehungen und zeigt, dass die rumnische Zivilgesellschaft und Diaspora in nachhaltige innenpolitische Reformen einbezogen wird.
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Aktuelle Schlagzeilen:
» Heimattag 2015 - "Identitt lohnt sich"
» Unser Nachwuchs prsentiert sich: As Jugend åf der Bhn
» Jugend bereitet die Tanzveranstaltung des Heimattages vor
» Tanzgruppen - Mitwirkung in Dinkelsbhl
» Aufruf zur Mitwirkung am Heimattag 2015
» Siebenbrgisch-Schsischer Kulturpreis 2015 an Peter Maffay und Paul Philippi
» Heimattag 2015: Zwischenkokelgebiet bringt sich ein
» Bundesauenminister Frank-Walter Steinmeier besucht Rumnien
» Rumnien verdoppelt Entschdigung fr Deportationsopfer
» Neu bei Siebenbuerger.de: Termine in Kalender-App importieren
» Kirchenburgenpass 2015 wird zu "Transilvania Card"
» Landesgruppe Niedersachsen/Bremen: Gute Arbeit findet Anerkennung
» Alfred Mrass, der nimmermde Praktiker und Visionr, wird 70
» Staatsprsident Klaus Johannis beim Deutsch-Rumnischen Forum
» Deutsche Parlamentarier besuchten Rumnien
» Hohe Ehrung fr Ovidiu Ganţ
» Jubilumsausstellung des Deutschen Landesforums in Hermannstadt
» Astrid Fodor kandidiert als Brgermeisterin in Hermannstadt
» Caroline Fernolend fr Einsatz in Deutsch-Weikirch geehrt
» Dank an Bernd Fabritius
» Konferenz zu Russlanddeportation
» Gedenken in Temeswar 70 Jahre nach Russlanddeportationen
» Frauen in Drabenderhhe berichten ber Russlanddeportation
» Finanzminister tritt wegen Korruptionsverdacht zurck
» Hohe Amtstrger im Visier der Antikorruptionsbehrde DNA
» Kampagne fr Sanierung des Brukenthalmuseums gestartet
» Siebenbrgische Bibliothek geschlossen
» Saxonia-Haus gewhrt Ermigungen fr Verbandsmitglieder
» Rumnienreise im August 2015
» " ... schrewt fleich wekter n easer Mottersproch"
» Radio-Tipp: Mundartsendung auf Radio Siebenbrgen
» Erste Livesendung von Radio Bruk bei Radio Siebenbrgen
» Vorstand des HOG-Verbandes tagte in Nrnberg
» Agnethler Urzeln zu Gast bei Urzeln in Franken
» Kreisgruppe Bad Tlz - Wolfratshausen: War das eine Urzelwoche!
» Tanzbegeisterung beim Seminar in Herten
» 13. SJD-Skifreizeit im Kleinwalsertal
» Jugend- und Medienprojekt in Deutschland und Rumnien
» Tagung in Bad Kissingen: Ein Deutscher als Prsident Rumniens - Innen- und Auenansichten
» Dialog ber Restitutionsfragen in Rumnien
» Ausschreibung: Kulturpreis des BdV Bayern
» "Symboltrchtige Begegnung" in Wrzburg: Dialog zwischen BdV und Zentralrat der Juden
» Sammelband mit Zeitzeugenberichten von Rumniendeutschen
» "Zweite Evakuierung" der Nordsiebenbrger Sachsen
» Kein Heimatroman: Ursula Ackrill beleuchtet ein wenig bekanntes Stck siebenbrgischer Geschichte
» Buch ber Leben, Wirken und Werke von Hans Klein
» Helmut Schwarz erhlt Verdienstmedaille "Fr Augsburg"
» Online-Archiv mittelalterlicher Urkunden
» Kronstdter Kulturpreise
» Eine Gre in Kronstadts Wirtschaftsleben: 1. Todestag von Dipl.-Ing. Stefan Wolf
» Michael Barner - Maler, Musiker, Poet
» Ein Leben im Glckszeichen der Freundschaft: Zum Tod des Philosophen Walter Biemel
» Mongolensturm in Siebenbrgen: Lehrreicher Vortrag von Konrad Gndisch
» Erfolgreicher Kurzfilm: OMUL bei Pariser Filmfestival
» Die Welt als Texistenz: Mircea Cărtărescus neuer Roman "Die Flgel"
» Batullapfelbume weiterhin sehr begehrt
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 3. BUCH-TIPP 
Panorama der Ideen
Zum Buch "Notizen eines Ruhelosen" von Hans Bergel
Der im Juli dieses Jahres 90 Jahre alte Hans Bergel verffentlichte in den letzten vier Jahren, seit 2011, acht Bcher. Fr 2015 sind weitere angesagt, dazu Neuauflagen und bersetzungen. Als eines der interessantesten darf der fast 1000 Seiten umfassende, vor kurzem im Berliner Frank & Timme Verlag erschienene Band "Notizen eines Ruhelosen. Tagesaufzeichnungen 1995-2000" bezeichnet werden. Neben den Romanen "Der Tanz in Ketten", "Wenn die Adler kommen" und "Die Wiederkehr der Wlfe", die 2015 alle als Neudruck erscheinen werden, ist es zweifellos eines der wichtigsten Bcher in Bergels bisherigem Gesamtwerk.
Die "Notizen eines Ruhelosen" entstanden als Tagebuchstenogramme ber weite Strecken parallel zu den Epen "Wenn die Adler kommen" (1996) und "Die Wiederkehr der Wlfe" (2006), zu Erzhlungen- und Essay-Bnden, einem Brief-Band und einem noch unverffentlichten Novellen-Zyklus. Hinzu sind wegweisende Nachworte und journalistische Texte zu zhlen. Stellt man die Reisen und Lesetourneen der Jahre 1995-2000 in Rechnung, ergibt sich ein Bild der Arbeitslust und Arbeitskraft, der nicht nachlassenden Vitalitt dieses Autors selbst in fortgeschrittenem Alter.
Die "Notizen" sind das persnlichste Dokument, das es bisher von und ber Hans Bergel gibt. Der Schriftsteller steht nicht verschlsselt in Roman und Erzhlung vor uns. Er spricht als Privatmann ber sich. Zum beachtlichen Wissenstableau und enzyklopdischen berblick kommt auch hier das oft vermerkte stilistische Knnen. Wer sich den z.T. abenteuerlichen Lebenslauf dieses Mannes vergegenwrtigt - Rumniens groe Ana Blandiana nannte ihn "renaissancehaft" -, wird die Vielfalt und die gedankliche Eigenwchsigkeit der Aufzeichnungen erahnen knnen. D.h. Bergel uert sich ber seine umfangreichen Lektren, ber Afrika-, Amerika-, Israel- und andere Reisen, ber den Ideenaustausch mit Freunden in der halben Welt - mit Forschern, Knstlern, Entdeckern, Philosophen -, ber die hufigen Italien-Aufenthalte, ber Religion und Politik, Literatur und immer wieder ber Musik. All dies bietet ihm Anlass zu Momentaufnahmen bald in zwei, drei, bald in zwanzig Stzen, einmal temperamentvoll offens
iv, dann wieder khl und distanziert, ironisch und selbstironisch. Neben den groen Themen reizen ihn der Wilde Wein an einer Wand seines Hauses in Oberbayern, die Zypresse vor seinem Bungalow in Norditalien, der Phlox und die Azalee im Blumenbeet unter dem Fenster zur Notiz. Bei alldem wirkt die Sprache als Przisionsinstrument der Erfassung des Kerns der Erscheinungen, und die Pointe wird zum Blitz unvermuteter Erhellungen. Wie berhaupt die unerwartete Schlussfolgerung zum Genuss der Lektre dieses bemerkenswerten Buches gehrt.
Gemeinsam sind allen Notizen die knappe Feststellung und die ebenso knappe Ableitung. Ob es sich um seine Einschtzung des Verhaltens deutscher Intellektualitt zu Ernst Jnger, um die Philosophie Jrgen Habermas', die Romane Andre Malreaux', um die afrikanische Sternennacht unter dem Kreuz des Sdens, die Begegnung mit dem Elch im kanadischen Highland, um Sterben und Tod des Bruders und weltberhmten Dirigenten Erich Bergel oder die Wanderung durch die Felsenstadt Petra in Jordanien handelt - wie durch ein scharfes Glas gesehen, umreit Bergel, was ihm der Beobachtung und Meditation wert erscheint, er spricht unumwunden aus, worauf er dabei stt. Gleiches gilt fr den Spaziergang ber den Monte Murlongo am Gardasee, fr den Zustand des Vereinten Europa, fr das Skilaufen in den Alpen. Bergel "reflektiert", wie der Umschlagtext ankndigt, "in sprachlicher Brillanz" ber Gott, Welt und die Menschen. Er schrickt dabei vor keiner Erkenntnis zurck, auch wenn sie auerhalb der political
correctness liegt - lesenswert etwa in den Zeilen zu den Thesen ber die Deutschen des US-Amerikaners Daniel Goldhagen (S. 168-169), aber auch zu der verfehlten historischen Existenzbasis der Siebenbrger Sachsen (67). Beide Male schockiert Bergel den Leser, beide Male unwiderlegbar.
In die Menge von Notizen dieser und anderer Art sind Aphorismen eingestreut - Glanzlichter des Buches. Beispiele: "Die Weite unseres Horizontes wird nicht allein durch unsere Bildung bestimmt, sondern ebenso durch den Standort, von dem aus wir diese einsetzen." (239) "Es gibt eine Ordnung im Groen: die Vision, und eine Ordnung im Kleinen: die Pedanterie. Diese verliert das Stupide nur dann, wenn sie sich ihres subalternen Charakters bewusst bleibt." (615) "Immer wieder die Feststellung: Kultur beginnt mit der Fhigkeit zur Scham und endet mit der Unfhigkeit zu ihr." (425) "Nicht die brennende Leidenschaft und die unausweichliche Tragdie sind das Problem der Liebe. Es ist der Alltag. Zu Formen der Liebe finden, die sich in ihm bewhren, ist ihre groe Leistung." (594) Es sind wahllos zitierte Stze: Belege geistiger Unbestechlichkeit und sprachlicher Genauigkeit, die das Buch auszeichnen.
Einer der Hhepunkte der rund tausend Seiten ist die Beschreibung der Sonnenfinsternis vom 11. August 1999, fesselnd die Schilderung der Safari durch die namibischen Damara-Wsten sdlich des Kunene (493-533), aufwhlend eindringlich die Seiten 187-189 (Brief an Peter Motzan, Herbst 1999) ber den Zustand Rumniens. Bergel notiert aber auch Gedanken zur Geschichte der Schweiz, zu Wasilli Grossmans Stalingrad-Roman, zur "hndischen Servilitt deutscher Zeithistoriker". Mit gleicher Sicherheit des Beobachtens und Formulierens erinnert er sich seiner Kajakfahrt auf der Donau und des Sommers im Delta, des Bades im Toten Meer, skizziert er Camus' Sisyphos-Philosophie, die Farbenheiterkeit auf Schongauers "Jngstem Gericht" im Breisacher Mnster oder das Wachsen orientalischer Potenziale in Israel. Seinerzeit von den Medien als "exzellent" bezeichnet, die Dankrede 1996 bei der Entgegennahme der Ehrenbrgerschaft Kronstadts. Auf dem Hhepunkt richtete sie sich an die im Rathaus-Saal (mit)ve
rsammelten ehemaligen Sport-Kollegen und -Asse: "Indem wir die Freundschaft bewahrten, retteten wir ein Stck Menschlichkeit vor der Unmenschlichkeit der Diktatur." (282-283)
Wie breit gestreut die Beobachtungsneugier Bergels ist, macht auch das Namensregister im Anhang deutlich: ber 800 Namen (aus nur fnf Jahren!) - von Abaelard bis Zwingli. Zweireihig auf 23 Seiten. Anmerkungen ber Bach und Adenauer, Velásquez und Che Guevara, Ronald Reagan und Gnter Grass u.v.a. gehren dazu.
Die "Notizen eines Ruhelosen" sind ein Buch mit Seltenheitswert. Liegt in der deutschen Gegenwartsliteratur Vergleichbares vor? Unter den Buchtiteln der aus Sdosteuropa stammenden deutschen Autoren findet sich als kulturelle Synopsis, als Gesamtschau weder in Vergangenheit noch in Gegenwart auch nur annhernd Gleichartiges. Was der franzsisch-deutsche Buchautor Nicholas Catanoy 2004 ber Bergel schrieb - "er vollbrachte Arbeit im Wert einer ganzen Institution" -, gilt besonders fr diese Notizen. Sie bieten eine Tour d'Horizon der philosophischen Sicht Bergels auf die Welt und sind dem erzhlerischen Werk ebenbrtig. Keinesfalls sollten die "Notizen" beliebig aufgeschlagen werden, vielmehr wollen sie von der ersten Seite an kontinuierlich gelesen sein. Denn zu allem anderen zeichnen sie Lebenslinien eines Menschen nach, dessen Vita sich auf mehreren Ebenen entfaltete: Es ist nicht nur "der gelehrte Polyhistor" (Markus Fischer, 2007), dessen Geistesfacetten im weit ausholenden Ideen
panorama fesseln, auch nicht "die bestrzende Eindringlichkeit seiner Erzhlkunst" (Bayerischer Rundfunk, 1999), die gefangen nimmt - wir haben ein Buch vor uns, das den Leser auf unerwartete Weise berrascht, bereichert und zu selbstndigem Denken einldt.

Karl-Joachim Umbacher, Wien


Hans Bergel: "Notizen eines Ruhelosen. Tagesaufzeichnungen 1995-2000", Frank & Timme Verlag, Berlin, 2015, 968 Seiten, gebunden, 49,80 Euro, ISBN 978-3-7329-0088-6, erhltlich im deutschen Buchhandel oder beim Frank & Timme Verlag, Wittelsbacherstrae 27a, 10707 Berlin, Telefon: (030) 88667911
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 4. DISKUSSIONEN 
Forum: Allgemeines Forum
Thema: Deutschland aktuell
Die Groeltern von Andreas L. sollen aus Rumnien stammen.
Forum: Allgemeines Forum
Thema: Politik aktuell
USA frdern mehr Erdl als sie importieren.
Forum: Allgemeines Forum
Thema: Ukraine heute.
Es ist schwierig die Kartoffeln zu ernten, wenn ein aggressiver Br auf dem Acker steht.
Forum: Allgemeines Forum
Thema: Rumnien heute
Im Sozialismus erzogene Menschen kommen mit erworbener Position und Wohlstand nicht immer zurecht.
Forum: Allgemeines Forum
Thema: Klaus Johannis als Staatsprsident Rumniens
Die rumnischen Staatsbrger mit schlechtem Gewissen sind nervs, die Ruhe, die Johannis ausstrahlt, macht sie mrbe.
Forum: Allgemeines Forum
Thema: Ist Ungarn noch demokratisch?
Jetzt, mit Iohannis als Prsident, hat Orban ein Problem.
Forum: Allgemeines Forum
Thema: suche familie hutter und zeier aus groau
Verwandte gesucht.
Forum: Allgemeines Forum
Thema: Sinnfrage: Wieviel Arbeit braucht der Mensch?
Der Mensch braucht soviel Arbeit wie er Geld braucht.
Forum: Allgemeines Forum
Thema: Ahnenforschung - Krebelder, Deutsch-Zepling
Suche erfolgreich verlaufen, Sektion Genealogie des AKSL hat neues Mitglied.
Forum: Soziale und rechtliche Integration
Thema: Rente aus Rumnien - ab welchem Jahrgang?
Seit 1.1.2007 gibt es die Rentenantragsgleichstellung.
Forum: Jugendforum
Thema: Heimattag 2015 in Dinkelsbhl
Infos zum Musikprogramm im Festzelt.
Weitere Themen finden Sie in unseren Diskussionsforen unter:
www.siebenbuerger.de/forum
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 5. TV-TIPPS 
Quelle: Pressetexte der Sender
3sat, Donnerstag, 2. April, 16:15 bis 17:00
Adnan unter wilden Tieren (3/5)
Bren in Rumnien
In den Karpaten gibt es die grte Braunbren-Population Europas. Nirgendwo sonst kann sich das grte Landraubtier auf unserem Kontinent noch so ungestrt bewegen. Allerdings kollidieren auch hier die Interessen von Mensch und Tier. Sie kommen sich in die Quere, weil die Menschen immer mehr vom Lebensraum der Tiere beanspruchen. Braunbren reien Schafe, plndern den Mll in den Drfern oder greifen Menschen an. Die Organisation Carnivore Mare tut alles, um das Verhltnis zwischen den Bren und den Menschen zu entspannen und so die Bren vor mglichen Abschssen zu bewahren. Die deutsche Biologin Alexandra Sallay arbeitet seit Jahren fr Carnivore Mare und forscht ber die Mllbren in den Karpaten. Sie und ihre Kollegen klren die Dorfbewohner auch darber auf, wie sie sich effektiv vor Bren schtzen knnen.
Um einen besseren berblick ber die Population der Bren zu haben, sammelt sie regelmig Fellproben fr Gentests in den Wldern Rumniens. An ihrer Seite bereist Adnan Maral das Brenland. Alexandra kennt die Lieblingspltze der Bren, und sie kennt alle Tricks, mit denen man an Fellproben kommt. Mit zwei Jahre altem Schweineblut lockt man sie am ehesten an - "echt strenger Geruch, aber schlielich sind wir in Transsilvanien", meint Adnan. Mit Alexandra erkundet er Brenhhlen und ist erstaunt, dass Bren ihren Winterschlaf grundstzlich allein halten.
Als ein Anruf von einem Frster kommt, darf Adnan das drei Monate alte Brenbaby Bundy in Obhut nehmen. Seine Mutter ist angefahren oder angeschossen worden, das kommt hier hufig vor. Bundy blieb hilflos zurck. Er wird die nchsten Jahre bei Leonardo Berezcky unterkommen. Der Biologe leitet ein Brenreservat nach sehr strengen Regeln: Menschenkontakt zu den Waisen - er hat mehrere in seinem Reservat - ist absolut tabu. Immerhin sollen Bundy und seine Kollegen in ein paar Jahren wieder zurck in die Wildnis entlassen werden. Selbst Dreibein, ein etwas lterer "Teenager-Br", der bei einem Unfall ein Bein verloren hat, wird - so glaubt Bereczky - spter gut in der Wildnis zurechtkommen.
ARTE, Freitag, 3. April, 16:45 bis 17:40
ARTE, Donnerstag, 9. April, 17:30 bis 18:25
ARTE, Mittwoch, 15. April, 17:30 bis 18:25
Die Deutschen Ordensritter
Dokumentation Frankreich / Polen 2011
Der Deutsche Orden oder Deutschritterorden wurde 1190 als Hospitalsbruderschaft von deutschen Kaufleuten zur Untersttzung ihrer Glaubensbrder whrend des Dritten Kreuzzuges in der israelischen Stadt Akko gegrndet. Ziel der Unternehmung, zu der Papst Innozenz III. aufgerufen hatte, war die Rckeroberung Jerusalems, das sich unter muslimischer Herrschaft befand. Durch die Kreuzzge hatte das deutsche Rittertum neuen Auftrieb bekommen. Die neu gegrndeten Ritterorden sahen in ihnen ein Ziel und die Mglichkeit, das Heil zu erlangen. Sie forderten von ihren Mitgliedern, das Mnchsgelbde abzulegen und sich zu einem Leben in Armut, Keuschheit und Gehorsam zu verpflichten.
Der Deutschritterorden unterschied sich von seinen Vorgngern durch moderne Grundstze, in denen sich bereits das Ende des Mittelalters ankndigte. Denn hatte es bisher nur Kaiser, Adel und Lehnswesen gegeben, bildeten Kaufleute und Handwerker nun eine neue Gesellschaftsschicht, die sich bald zum Brgertum formieren sollte. Diese Modernitt verdankte der Orden seinem vierten Hochmeister, Hermann von Salza. Mit groem diplomatischem Geschick und dank zahlreicher Verbindungen gewann er Papst und Kaiser fr sein Anliegen, dem Deutschen Orden ein Herrschaftsgebiet zu sichern.
Im Zuge dieser Entwicklung verlieen die Deutschritter das Heilige Land zu Anfang des 13. Jahrhunderts und zogen zunchst nach Siebenbrgen. Ihren im christlichen Abendland einmaligen Ordensstaat grndeten sie schlielich in einem von heidnischen und christlichen Pruzzen, Polen und Litauern besiedelten Gebiet in Nordpolen.
Den Ordenschroniken folgend, beleuchtet die Dokumentation die wichtigsten Etappen bis hin zur Schlacht bei Tannenberg im Jahr 1410, bei der den Deutschrittern vom gemeinsamen Heer Polens und Litauens eine entscheidende Niederlage beigebracht wurde. Mit dieser Schlacht, die als bedeutendster Feldzug des Mittelalters gilt und auch hinsichtlich Militrtaktik und Truppenbewegungen eine besondere Stellung einnimmt, beginnt der Niedergang der Ordensherrschaft.
Das Erste, Samstag, 4. April, 5:30 bis 5:55
Das Erste, Sonntag, 5. April, 6:45 bis 7:10
Durch die Wildnis - Transsilvanien
Vivi (15), Mahtab (15), Henri (15), Niklas (15), Julien (14) und David (15) strzen sich in ein Abenteuer der besonderen Art. Vier Wochen lang werden sie allein in der Wildnis Rumniens verbringen. Sie werden selbst entscheiden, wo das Zelt aufgebaut wird oder wer Feuer macht. Sie mssen zurechtkommen in der rauen Natur - ohne Eltern, Freunde und Annehmlichkeiten wie Toilette oder Handy.
So eine Wildnistour hat es in sich: Jeden Tag weite Touren mit dem Rucksack gehen, strapaziert die Muskeln ganz schn. Die Mdchen zeigen sich in Folge 16 wohlwollend und spendieren den Jungs eine entspannende Rckenmassage. Auch heute wartet wieder eine Herausforderung auf die Gruppe. Diesmal kommt es besonders auf Teamgeist und Koordination an.
Weitere Folgen jeweils am Sonntag ab 6:45 Uhr mit Wiederholung am darauffolgenden Samstag ab 5:30 Uhr.
ORF 2, Samstag, 4. April, 5:35 bis 6:05
Gipfel der Gensse
Das Hochplateau Luncanilor in Transsilvanien
Das Hochplateau Luncanilor(rum: Podişul Luncanilor) in den rumnischen Sdkarpaten ist eine Gegend, in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Keine Strae verbindet die etwa 70 Einwohner mit der Auenwelt. Gegenseitige Hilfe wird grogeschrieben, und in der Landwirtschaft wird gearbeitet wie vor 100 Jahren. Entsprechend naturbelassen sind auch die einfachen, typischen Gerichte des Plateaus, und die unverflschten Produkte erfreuen sich wachsender Nachfrage bei qualittsbewussten Kunden.
BR Fernsehen, Samstag, 4. April, 15:30 bis 16:15
Wlfe, Schafe und Legenden
Die Rckkehr der Wanderschfer in Rumnien
Die wildesten Geschichten werden von den Wanderschfern in Rumnien erzhlt. Von ihren groen Herden, von dem unglaublichem Reichtum, von den prunkvollen Husern, die sie in Jina und Poiana, in ihren Drfern in den Sdkarpaten erbaut haben.
Dreiviertel des Jahres ziehen sie, frei wie Abenteurer, mit ihren Herden bers Land, auf der Suche nach Weide. Sie schlafen am Boden, leben bedrfnislos, schlagen sich mit Wlfen herum und mit den neuen Besitzverhltnissen im heutigen Rumnien. Ein Viertel des Jahres leben sie zu Hause wie Herren, in ihren prunkvollen Husern.
Seit Jahrhunderten ziehen die Wanderschfer aus diesen Drfern im Herbst mit ihren Herden von 500 bis 1.000 Schafen in die milderen Regionen des Landes, in die Donautiefebene, ins Banat, nach Arad oder ins Hgelland um Neumarkt am Mieresch (rum.: Târgu Mureş). Dort berwintern sie und kehren zum Osterfest in ihre Drfer zurck. Das Fest, das eine Woche dauert, ist fr die Schfer der Hhepunkt des Jahres. Danach beginnen schon die Vorbereitungen zum nchsten Aufbruch. Das Weideland um ihre Drfer ist zu klein fr die groen Herden. Zuerst ziehen sie in die Berge, auf die Almen und dann, wenn es klter wird, wieder zu ihren weit entfernten Winterquartieren.
EinsFestival, Donnerstag, 9. April, 10:30 bis 11:15
EinsFestival, Montag, 13. April, 14:35 bis 15:20
Die Einsteiger
Warum Deutschland so attraktiv fr Einbrecher ist
Frank D. und Ute Z. ahnen nichts, als sie in ihr Einfamilienhaus bei Aachen zurckkehren. Die Terrassentr steht offen, Wohnzimmer und Bro sind durchwhlt, Bargeld, Schmuck, der Ehering - alles weg. "Ich mag hier gar nicht mehr schlafen, weil Fremde im Haus waren", sagt die Bestohlene.
60.000 Mal im Jahr wird allein in Nordrhein Westfalen eingebrochen. Die Aufklrungsquote ist erschreckend gering. Im Raum Aachen wird nur jeder zehnte Fall aufgeklrt, in Kln und Wuppertal sieht es nicht viel besser aus. Rdiger Thust vom Bund deutscher Kriminalbeamter gibt der Personalpolitik seiner Behrde die Schuld: "Kriminalbeamter, das war einmal ein Ausbildungsgang. Das ist abgeschafft. Jetzt mssen ungelernte Kollegen gleich Profi-Einbrecher jagen."
Thomas Kirsch, 38 Jahre, ist seit dreieinhalb Jahren bei der Aachener Kripo. Mehrmals pro Schicht wird er zu Wohnungseinbrchen gerufen. Und meist kann er nur feststellen, dass Tren und Fenster mal wieder mangelhaft gesichert und Geld und Schmuck nicht besonders originell versteckt waren. Die Nachbarn haben nichts Brauchbares gesehen, und der oder die Tter sind ohnehin lngst ber alle Berge. "Das beginnt mit der Umstellung auf die Winterzeit, dann geht die Saison los", sagt er. "Da sind viele Profis dabei, reisende Intensivtter. Die brauchen fr einen Einbruch 15 Minuten, dann sind sie weg."
Die Rumnen Ion und Petre, 23 und 26 Jahre alt, sind reisende Intensivtter. Sie wohnen im rmsten Stadtteil von Bukarest. Beide berichten, wie einfach sie ihre Touren organisieren. Busse fahren nach Deutschland, in Kln oder Dsseldorf trifft man Kontaktleute in Kneipen, die verkaufen fr ein paar Euro Tipps, welche Adressen lohnend aussehen. Ion und Petre fahren hin, brechen ein, verkaufen die Beute zur Hlfte des Marktpreises und sind nach ein paar Tagen wieder zu Hause.
story-Autor Christian Bock begleitet Kriminalbeamte bei ihrer tglichen Arbeit. Er spricht mit Einbrechern in Deutschland und Rumnien. "Wir wollen auf keinen Fall jemandem begegnen. Wenn wir merken, da sind Leute, hauen wir so schnell es geht ab", sagt Einbrecher Petre.
ZDF neo, Freitag, 17. April, 0:20 bis 0:50
Deutschland von auen
Folge 2: Rumnien
In Rumnien muss ZDFneo-Reporter Manuel Mglich erstmal sortieren: Karpaten, Siebenbrgen, Transsilvanien, sterreich-Ungarn, wie war das nochmal?
Vor allem zwei groe deutsche Themen beschftigen Rumnien aktuell. Zum einen erscheint vielen Rumnen die reiche Bundesrepublik als Wirtschaftsparadies verheiungsvoller denn je. Fr die Abiturienten der deutschen Bergschule in Schburg gilt die deutsche Sprache beinahe wie das Ticket in eine bessere Zukunft. Zum anderen kmpfen die letzten verbliebenen Siebenbrger Sachsen verzweifelt um ihre Identitt.
Manuel Mglich besucht unter anderem mit der ehemaligen Miss Germany Doris Schmidts deren Grovater in Kronstadt (rumnisch: Braşov). Der erzhlt bei selbstgebranntem Schnaps, warum er seine Enkelin lieber als Miss Romania gesehen htte. Auerdem: Ist der Tod - frei nach Paul Celan - ein Meister aus Deutschland? Manuel diskutiert mit dem Knstler Arnold Schlachter darber, ob vielleicht nicht nur die Ingenieurskunst, sondern auch das "Bse" "made in Germany" ist. Schlielich trifft Manuel die Geschwister Petra und Michael Acker, zwei alternative Musiker mit kontroversen Ansichten zur deutschen Einwanderungspolitik.
Deutschland: fernes Vaterland? Oder einfach nur: Deutschland - von auen?
BR Fernsehen, Montag, 20. April, 21:00 bis 21:45
Lebenslinien
Trotz Demenz
Mit 55 Jahren erfhrt die Simultandolmetscherin Helga, dass sie an Demenz erkrankt ist. Mit dieser Diagnose muss sie ihre Arbeit aufgeben und ihre Existenz ist von heute auf morgen bedroht. Doch die Geschichte ihrer Kindheit hat sie gelehrt: Widerstnde sind dazu da, um berwunden zu werden. Als junge Frau verlsst sie Rumnien und setzt sich im Mnchen der 70er- und 80er-Jahre als Sprachlehrerin, spter als selbstndige Simultandolmetscherin und, nach ihrer Scheidung, als alleinerziehende Mutter durch. Ihr Sohn Jens hat eine Kontakt- und Kommunikationsstrung, das so genannte Asperger Syndrom. Nur durch einen stark ritualisierten Alltag schaffen es Mutter und Sohn, gemeinsam ihr Leben zu meistern. Heute ist es Jens, der seiner Mutter zur Seite steht. Schon bald, da sind sich die rzte sicher, wird Helga nicht mehr alleine leben knnen. Doch der jetzt 61-Jhrigen gelingt es, trotz des Damoklesschwertes Demenz, ihren Lebensmut zurckzugewinnen. Sie beschliet, an die ffentlichkeit zu
gehen, hlt Vortrge ber ihre Krankheit und wird als erste Patientin in den Vorstand der Alzheimer Gesellschaft Mnchen gewhlt.
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 6. PORTRT 
"Gemeinschaft als groes Geschenk"
Kirchenrtin Melitta Mller-Hansen ber Schtze und Lasten aus Siebenbrgen
Deportierte und ihre Familien tragen ein schweres Trauma in sich, das wir aufarbeiten mssen. Dies erklrte Kirchenrtin Melitta Mller-Hansen im Gesprch mit der SbZ. Christine Hauptkorn sprach mit der Rundfunkbeauftragten ber ihre Heimat Siebenbrgen, die Russlanddeportation und ihr neues Ttigkeitsfeld beim Bayerischen Rundfunk. Kirchenrtin Melitta Mller-Hansen, geboren in Groscheuern, kam 1980 zusammen mit ihren Eltern und zwei Geschwistern nach Deutschland. Nach ihrem Abitur studierte sie Evangelische Theologie in Erlangen und Heidelberg. Ihr Vikariat verbrachte sie in Waldkraiburg, wurde 1992 ordiniert und arbeitete in Mnchen und Umgebung als Gemeindepfarrerin. Sie publizierte, neben eigener Autorenttigkeit, im Sonntagsblatt, in Publik-Forum und in der Zeitschrift efi. Im Jahr 2012 erhielt Melitta Mller-Hansen den "Goldenen Kompass" fr den Film "In jedem Menschen klingt ein Geheimnis" beim Bayerischen Rundfunk. Frau Mller-Hansen lebt in Olching bei Mnchen, ist verheir
atet und hat zwei Shne. Seit Mrz 2014 ist sie Beauftragte der Evang.-Luth. Kirche in Bayern fr Hrfunk und Fernsehen beim Bayerischen Rundfunk.
In Ihrem Vortrag im Jahr 2013 bei der Tagung der Kultur- und Frauenreferentinnen der Landesgruppe Bayern des Verbandes der Siebenbrger Sachsen haben Sie das Thema "Schtze heben" behandelt: Welche "Schtze", nicht materieller Art, haben Sie persnlich, aus Siebenbrgen nach Deutschland mitgenommen?
Materielle Schtze haben wir wenige mitgenommen. Wir kamen jeder mit einem Koffer. Ich habe zwei Geschwister, eine ltere Schwester und einen jngeren Bruder. Die immateriellen Schtze waren sehr viel grer und wichtiger. Ich habe eine ganz tiefe Verwurzelung in Kirche und Glauben mitgenommen, und zwar interessanterweise nicht geprgt durch das Kreuz und die Leidensgeschichte Jesu. In unserer Kirche in Groscheuern war auf dem Altarbild Christus, der die Kinder segnet. Ein Glaube, der sehr stark mit dem alltglichen Leben, mit den Jahreszeiten und dem buerlichen Leben verbunden war als etwas sehr Lebensstrkendes. Als ich nach Deutschland kam, waren Kirche und Glaube die einzige Kontinuitt, die ich wiederfand. Ich konnte in einen Kirchenraum gehen, habe alles erkannt und wusste, was sich dort abspielt. Das war in keinem anderen Lebensbereich so. Daher kam dann auch sicherlich meine Entscheidung, Theologie zu studieren, weil ich gemerkt habe, welch groe innere Kraft mir der Glaube
n gibt.
Die Bedeutung von Gemeinschaft im Leben eines Menschen, die dich trgt, habe ich auch erfahren. Du gehrst zu einem Kreis von Menschen dazu ohne Voraussetzung. Diese siebenbrgische Dorfgemeinschaft war fr mich als Kind ein groes Geschenk. Sie hatte aber auch ihre Schattenseiten. Ich habe groe innere Kmpfe gehabt, um mich zu individualisieren. Aber zuerst einmal war dieses Zugehrigkeitsgefhl mit der Wrme einer Gemeinschaft ein ganz starkes Erleben.
Auerdem mchte ich auch das Gefhl fr Sprache nennen: Man lernte den siebenbrgischen Dialekt als Muttersprache, die deutsche Hochsprache und das Rumnische. In jeder Sprache kann man etwas anderes ausdrcken.
Ich habe sehr gerne Musik gemacht und konnte in Siebenbrgen in die Musikschule gehen. Auch heute begleitet mich die Musik noch immer. Als ich 2007 das erste Mal mit meiner Familie zusammen in Siebenbrgen in Hermannstadt war, sind wir alle meine Schulwege und den Weg zur Musikschule abgegangen. Es hat mich umgehauen. Denn ich habe mich gefhlt wie als kleines Mdchen damals, das Cello spielen lernt - es roch wie damals und die Akustik war auch dieselbe. Ich war zu Hause.
Die Deportation der Rumniendeutschen jhrt sich zum 70. Mal. Wie knnen Ihrer Meinung nach solch traumatische Erlebnisse wie die Zwangsarbeit in Russland von Betroffenen verarbeitet werden?
Davon sind wir als Familie unmittelbar betroffen: Mein Grovater vterlicherseits gehrte auch zu den Deportierten. Er hat drei Jahre lang im Donezbecken als Bauarbeiter arbeiten mssen und kam sicherlich schwer traumatisiert nach Hause, aber man wusste damals nichts davon bzw. man wusste nicht, was schwer traumatisiert bedeutet. Ich habe ihn als einen sehr schweigsamen und ngstlichen Mann erlebt. Er war immer wieder von Depressionen geplagt und konnte ohne Nachtlicht nicht einschlafen. Ich habe das erst bei der Lektre von Herta Mllers "Atemschaukel" verstanden, da sie genau diese Sequenz des Nachtlichts bei dem Heimkehrer ihres Buches beschreibt. Das heit ich, in zweiter Generation, bin immer noch dabei, sein Schicksal zu verstehen, weil er selbst nichts erzhlt hat.
Es wre groartig, wenn Deportierte eine Sprache in sich zur Verarbeitung ihres Traumas finden, um das Erlebte nach vielen Jahren erzhlen zu knnen, zum Beispiel in Gesprchen mit einem Menschen ihres Vertrauens, die nicht unbedingt mit der Familie stattfinden mssen, da dies schwierig sein kann.
Vielleicht haben wir in dieser Hinsicht etwas versumt, da wir mit Deportierten nicht breitflchig Interviews durchgefhrt haben. In mir hat das Buch von Herta Mller ganz viel wachgerufen und bewirkt. Wichtig ist auch, dass es eine Erinnerungskultur gibt. In Rumnien passiert hinsichtlich dieser Ereignisse mittlerweile sehr viel. Ob wir dafr eine ffentlichkeit in Deutschland schaffen knnen, darauf bin ich sehr gespannt. Mein Bruder ist Historiker und hat in zwei Lexika Artikel ber die Deportation geschrieben. Darin stellt er auch klar, dass die Deportation von Russland fr Deutsche verordnet war.
In dem Artikel "Gedanken zur Lebensmitte" der Zeitschrift efi (Heft 3/ Jahr 2011) erwhnen Sie, dass Sie "aus einer Diktatur in der Freiheit gelandet" sind. Inwieweit beeinflusst Sie diese Etappe der Auswanderung?
Das Erlangen der Freiheit habe ich als unglaublich groartig empfunden. Doch mir ist dabei auch klar geworden, dass ich eine unglaubliche ngstlichkeit mitgenommen habe, die man erfhrt, wenn man in einer Diktatur lebt und sich seiner Umgebung nicht sicher ist. Man nicht wei, was man sagen darf. Es gab ganz klar zwei Welten: Zum einen die private, und zum anderen die ffentliche, in der du jemand sein musst, der den Erwartungen entspricht, die jedoch auch nicht ganz klar sind. Das macht keine selbstsicheren Menschen. Das hat mich sehr lange in meiner Selbstreflexion begleitet und darin bestrkt, genau hinzusehen, was ich als Diktaturprgung erkenne. Herta Mllers Romane machen wiederum auch klar, in welchem Land wir gelebt haben. Immer noch prgt mich, dass ich entwurzelt bin aus dem, woher ich komme. ber 20 Jahre hatte ich das Gefhl einer Lcke in meinem Leben. Selbst wenn man zu Besuch nach Siebenbrgen fhrt, kann man das Erlebte nicht wieder zurckholen. Das Gefhl, dass etwas
fehlt, habe ich seit unserem letzten Besuch nicht mehr. Damals war es so, als ob ich mich als Kind wieder treffe, mich einsammle und mich ganz wieder mitnehme. Alles, was Siebenbrgen fr mich ist, ist wieder in mir. Ich glaube, eine Auswanderung ist wie eine Trauerarbeit.
Inwiefern ergeben sich davon abgeleitete Glaubensstze, die Sie an Ihre Kinder und die junge Generation weitergeben knnen?
Einen Glaubenssatz hat Vaclav Havel wunderbar formuliert und ich habe ihn fr mich angenommen, nmlich, "Heimat ist der Ort, an dem du lernst, die Welt zu lieben." Es ist wie dein Fenster zur Welt. Aber es ist ein Fenster und du kannst wandern an andere Orte und merken, diese erste groe Liebe ist nichts Exklusives. Sie ffnet dich, um an ganz vielen Orten noch mehr von der Welt lieben zu knnen. Das gebe ich meinen Kindern mit. Meine Kinder haben durch mich auch einen Teil Siebenbrgen lieben gelernt.
Von einer Gemeindepfarrerin zur Rundfunkbeauftragten der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern seit 1. Mrz 2014: Wie sehen Sie den Unterschied der beiden Arbeitsfelder?
Der Arbeitsunterschied ist gewaltig. Als Gemeindepfarrerin hat es mich fasziniert und sehr glcklich gemacht, mit vielen Generationen zu tun zu haben, nah am Leben der Menschen zu sein, Menschen seelsorgerlich zu begleiten und festliche Gottesdienste zu feiern - das habe ich brigens auch in Siebenbrgen kennen gelernt. Im Gemeindepfarramt ist es eine groe Herausforderung, alle Zustndigkeitsbereiche unter einen Hut zu bringen.
In meiner neuen kreativen Aufgabe kann ich mich stark auf Gottesdienstbertragungen und inhaltliche theologische Arbeit konzentrieren. Noch immer begleite ich Menschen und halte gelegentlich Gottesdienste. Doch ich htte mir nie trumen lassen, dass ich einmal Filme mache. Das gehrt nun allerdings auch zu meinen Aufgaben.
Haben Sie bereits Plne fr weitere Filmprojekte?
Im Moment bereite ich einen Film vor, der am Freitag vor Pfingsten, dem 22. Mai, um 17.00 Uhr im Bayerischen Fernsehen erscheinen wird. Es geht um den Geist, den Menschen in diese Welt hinein tragen knnen. Wir portraitieren einen Mann, der Asylbewerber betreut, mit ihnen musiziert, und auch eine Clownin, die auf Kinderstationen das Spielerische und den Geist der Freude in den Krankenhausalltag wiederbringt.
Frau Mller-Hansen, herzlichen Dank fr das interessante Gesprch!

Christine Hauptkorn


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