Siebenbuerger.de-Newsletter Nr. 207

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 Ausgabe: 207 / 01.12.2015
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 INHALTSVERZEICHNIS 
1. Vorwort » Interviews, Heimatkirche
2. SbZ-Artikel » Verbandstag, Expertenregierung
3. Buch-Tipp » Rudimenta Cosmographica. Grundzge der Weltbeschreibung
4. Diskussionen » Salonzucker, Hesch
5. TV-Tipps » Jugend, Sternstunden
6. Interviews mit Herta Daniel und Dr. Bernd Fabritius
7. Leserecho
"Lassen Sie uns gemeinsam werben, damit unsere Gemeinschaft wieder wchst."
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 1. VORWORT 
Liebe Leserinnen und Leser,
beim Verbandstag, der am 7. und 8. November 2015 in Bonn tagte, hat der Verband der Siebenbrger Sachsen eine Doppelspitze eingefhrt. Dr. Bernd Fabritius ist Verbandsprsident und mit Herta Daniel bekleidet zum ersten Mal in der Geschichte der Landsmannschaft eine Frau das Amt der Bundesvorsitzenden.
Interviews mit den beiden Amtstrgern zur neuen personellen Konstellation sowie den vordringlichen landsmannschaftlichen Aufgaben und Projekten finden Sie weiter unten in dieser Ausgabe des Newsletters.
Dieses ereignisreiche Jahr nhert sich nun auch dem Ende, Weihnachten steht vor der Tr. Die Vorstellungen, die ein Mensch vom idealen Weihnachtsfest hat, werden in der Kindheit geprgt. In diesen Vorstellungen findet man bei vielen Siebenbrgern auch den Gottesdienst an Heiligabend in der einzig wahren Kirche, der Kirche des Heimatortes.
Es heit sogar, dass heute in Deutschland in jedem siebenbrgisch-schsischen Haushalt mindestens ein Bild der Heimatkirche an der Wand hngt. Dem Wahrheitsgehalt dieser Aussage gehen wir in der aktuellen Umfrage nach.
Sie haben noch kein Bild von Ihrer Heimatkirche in der guten Stube, wrden aber gerne eins haben? In unserem Onlineshop gibt es jetzt ganz neu Aquarelle von Theo Damm mit Motiven von Stdten, Drfern und Kirchenburgen aus Siebenbrgen.
Wir wnschen Ihnen eine gesegnete Weihnachtszeit.
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 2. SBZ-ARTIKEL 
"Ein Ruck geht durch die Gemeinschaft": Verbandstag der Siebenbrger Sachsen whlt Doppelspitze
Der Verband der Siebenbrger Sachsen in Deutschland e.V. hat eine Doppelspitze eingefhrt und die Weichen gesetzt, um die erfolgreiche Kultur- und Jugendarbeit fortzusetzen. Dr. Bernd Fabritius ist neuer Verbandsprsident, Herta Daniel bekleidet als erste Frau in der 66-jhigen Geschichte der Landsmannschaft das Amt der Bundesvorsitzenden. Beide wurden beim Verbandstag, dem hchsten Gremium des landsmannschaftlichen Verbandes, der am 7. und 8. November 2015 im Gustav-Stresemann-Institut e.V. in Bonn tagte, mit berwltigender Mehrheit gewhlt. In einer Resolution wurde die Bundesregierung aufgefordert, Russlanddeportierte und andere deutsche Zwangsarbeiter zu entschdigen. In einem zweiten Beschluss setzte sich der Verband fr die Rckgabe bzw. Entschdigung des im Kommunismus enteigneten Eigentums in Rumnien ein.
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Expertenregierung soll Rumnien grundlegend reformieren
In Rumnien vollzieht sich ein Regierungswechsel in innenpolitisch schwieriger Lage. Ein Jahr nach den Prsidentschaftswahlen bleibt der Wunsch der rumnischen Zivilgesellschaft nach einem grundlegenden Wandel der politischen Klasse und nach effizienterer Korruptionsbekmpfung weiterhin bestehen. Auf Druck der Massen musste die Regierung Ponta abdanken, ein Technokraten-Kabinett unter der Leitung des ehemaligen EU-Agrarkommissars Dacian Cioloş soll nun die notwendigen Reformen in die Wege leiten.
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Sozialwerk der Siebenbrger Sachsen dankt Freunden und Frderern
Was ist denn so besonders an den Siebenbrger Sachsen - werde ich manchmal gefragt. Wir mssen vermitteln lernen, dass uns die Zusammengehrigkeit, die Gemeinschaft, das "Einander-Helfen" und das dadurch entstandene Vertrauen geprgt haben und wir stolz sind auf diese Prgung! Gelingt dies, werden unsere Kinder nicht fragen mssen: "Siebenbrger Sachsen - wer sind die denn? Wie, wir sind auch solche?"
mehr...
Aktuelle Schlagzeilen:
» HOG-Verband tagt in Bad Kissingen
» Der neue Bundesvorstand
» Siebenbrger Sachsen fordern Entschdigung fr Zwangsarbeiter und Eigentumsrckgabe
» Mit Schloss Horneck auf gutem Weg
» Spenden fr Schloss Horneck
» Die Stiftung Siebenbrgische Bibliothek informiert
» Mitteilung an die Mitglieder des Verbandes: Offene Restitutionsverfahren bitte melden
» Deutschland entschdigt deutsche Zwangsarbeiter
» Wir rufen die Verantwortlichen im Land, in Europa und weltweit auf zum Umdenken
» Wertvoller europischer Dialog: Rumniens Auenminister trifft landsmannschaftliche Vertreter in Mnchen
» Kulturprojekte im digitalen Zeitalter: Einladung zum Internetseminar in Bad Kissingen
» NRW-Landesvorstand tagte in Kln
» Einladung zum Pltzchenbacken fr Kinder in Bayern
» Heilbronn tanzte sich zum Sieger des 23. Volkstanzwettbewerbs
» 50 Jahre Kreisgruppe Heilbronn - 10 Jahre Siebenbrgisch-Schsische Kinder- und Jugendgruppe Heilbronn
» "Gr Gott, ihr Freunde all!"
» Kultureller Abend zum 40-jhrigen Bestehen der Kreisgruppe Bietigheim-Bissingen
» Mitgliederversammlung, Neuwahlen und Kulturnachmittag in Aschaffenburg
» Jubilumsfeier der Siebenbrgischen Jugendtanzgruppe Mnchen
» Nordsiebenbrger Treffen in Nrnberg
» Wir Nsner 2015
» Einladung zum vierten Burzenlnder Musikantentreffen
» Zweites Musikantenfest ein voller Erfolg!
» Treffen der Siebenbrger in der Schweiz
» Kirche in Leschkirch wieder eingeweiht
» Theatergruppe Augsburg gastierte in Siebenbrgen
» Theaterpremiere in Landshut
» Rumniendeutsche Wochen in Regensburg
» 31. Lwensteiner Musikwoche
» Singen in der Loge in Nrnberg
» 10 Jahre Rumnisches Filmfestival in Mnchen
» Landler-Symposium in Wien
» Donauschwbischer Kulturpreis verliehen/Frderpreis fr Arbeit zu Freikauf der Rumniendeutschen
» Multi-Kulti in Temeswar: BdV-Frauenverband besuchte das Banat
» 25. Siebenbrgischer Lehrertag in Hermannstadt
» Georg Aescht ber die rumniendeutsche Literatur der Gegenwart
» Exil-P.E.N.-Tagung in Berlin
» Leserecho: Ein positives Zeichen
» Ehrendoktortitel fr Thede Kahl
» Pdagoge und Literaturwissenschaftler Dr. Daniel Eiwen wurde 70
» Regisseurin Brigitte Drodtloff in Los Angeles geehrt
» Erfolgreicher siebenbrgischer Unternehmer wird 100
» Adventskalender 2015
» Kronstadt als Smart City
» Băsescu leitet "Volksbewegung" in Rumnien
» Kritik an illegalem Holzeinschlag
» Ermittlungen zur "Mineriade"
» Autobahn Hermannstadt - Broos teilweise geschlossen
» Beliebter Reisefhrer setzt Siebenbrgen auf Platz eins
Weitere aktuelle Artikel finden Sie im Archiv der Siebenbrgischen Zeitung Online
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 3. BUCH-TIPP 
Von hohem dokumentarischen Wert
Faksimile-Ausgabe von Johannes Honterus' "Rudimenta Cosmographica" erschienen
"Rudimenta Cosmographica" ist das weltweit am meisten verbreitete Druckwerk des Kronstdter Humanisten Johannes Honterus, des historisch wohl berhmtesten Siebenbrger Sachsen. Es ist an der Zeit, dieses Werk nicht nur als Faksimile der Auflage von 1542, sondern in voller Lnge mit bersetzungen in Hexametern auf Deutsch, Rumnisch und Ungarisch in einem Band der ffentlichkeit vorzustellen." So viel aus dem Vorwort der Redakteure und Autoren dieses Werkes, federfhrend Dr. Robert Offner, gebrtiger Siebenbrger, Arzt am Universittsklinikum Regensburg und Medizinhistoriker.
Zusammen mit drei weiteren siebenbrgischen Historikern, Dr. Harald Roth, Thomas Şindilariu und Dr. Ulrich Andreas Wien, die als Mitherausgeber des Werkes vermerkt sind, sollen auch die Autoren und bersetzer der Texte dieses Buches genannt werden: Dr. Heinz Heltmann, Gernot Nussbcher, Dr. Zsolt Gyz Trk, Dr. Andrs F. Balogh, Georg Burkhardt, Valeria Caliman, Dr. Lszl Magyar, Dr. Peter Pauly, va Mria Papp, Dr. Lore Poelchau und Dr. Edit Szegedi. Zwei der Mitarbeiter haben sich schon vor Jahrzehnten mit der bersetzung und der Herausgabe der Honterusschen Cosmographie befasst, und zwar Valeria Caliman, die 1992 verstorbene bersetzerin und Philologin aus Kronstadt, und auch Dr. Lore Poelchau, eine in siebenbrgischen Kreisen bekannte Altphilologin, die 2008 gestorben ist.
Honterus, 1498 in einer begterten Patrizierfamilie in Kronstadt geboren, immatrikulierte 1520 an der Wiener Universitt, war 1529 in Regensburg und inskribierte 1530 in Krakau, wo er die fr Studierende gedachte erste Version seiner Cosmographie drucken lie. Es folgte ein lngerer Aufenthalt in Basel. Sein Wirken dort in der damals uerst fruchtbaren Atmosphre des Humanismus dieser Stadt als Buchdrucker und Verleger ist bekannt. Dort fertigte er u. a. seine Siebenbrgenkarte an. Ein weiterer Aufenthalt in Nrnberg prgte wesentlich sein Schaffen. Ab 1533 lebt Honterus in seiner Geburtsstadt, wird dort Ratsherr und mglicherweise Schulmann, erffnet eine Buchdruckerei, die berhmte Bibliothek, eine Papiermhle, ist Initiator der Reformation der Siebenbrger Sachsen und erster gewhlter evangelischer Stadtpfarrer seiner Heimatstadt. 1541 erscheint in Kronstadt die erste Ausgabe der "Cosmographia", seine Weltbeschreibung, und 1542, ebenfalls in Kronstadt die Endfassung dieses Werkes
. Im 20. Jahrhundert, Jahre bevor diese schne Neuausgabe der "Cosmographia", die wir hier vorstellen, erschienen ist, wurde 1988 in Klausenburg ein moderner Nachdruck mit rumnischer bersetzung (Autoren Valeria Caliman, Paul Binder und Gernot Nussbcher) verlegt.
Rudimenta cosmographica war ursprnglich als ein Lehrbuch fr die Studierenden der Kronstdter Schule gedacht. Die Originaltexte sind in diesem Werk auf 86 Seiten in lateinischer Sprache und in Gedichtform - in Hexametern - wie das damals in Schulbchern blich war, wiedergegeben. Dazu einige Illustrationen und Karten, von Honterus selbst gestaltet. Diese "Weltbeschreibung" ist eine Schulenzyklopdie, die das gesamte naturwissenschaftliche und sozial-anthropologische Wissen der frhen Neuzeit beinhaltet. Das Buch hatte schon im 16. Jahrhundert groe Bedeutung als Schulbuch und Informationswerk fr sozusagen alle Intellektuellen jener Zeit. 96 Nachdrucke des Werkes, die bis 1695 erschienen sind, hatten einen regen Umlauf in allen siebenbrgischen Stdten und waren somit Kulturtrger und Medien des Wissenstransfers von hohem Rang. Dazu gesellen sich die viele Nachdrucke der "Cosmographia", die in zahlreichen humanistischen Zentren Europas aufgelegt wurden und Honterus in ganz
Europa bekannt werden lieen.
Die hier zu besprechende Ausgabe enthlt ein einleitendes Essay aus der Feder des Kirchenhistorikers Dr. Ulrich A. Wien ber den Humanisten Honterus und seinen hohen europischen wissenschaftlichen Rang. In einem zweiten Text fhrt der ungarische Historiker und Spezialist der Geschichte der Kartographie Dr. Szolt G. Trk in die zeitlichen Umstnde der Entstehung von Honterus Cosmographie im 16. Jahrhundert ein.
Im nchsten Kapitel informieren der Biologie Dr. Heinz Heltmann und Dr. Robert Offner die Leser ber die komplexen Inhalte von Teil 4 der Cosmographie, wobei die einzelnen Stichworte der "Weltbeschreibung" auf ihre fachlichen Inhalte berprft werden. Folgende Sachgruppen aus der "Weltbeschreibung" werden genannt, ber ihre Herkunft aus anderen antiken bis frhneuzeitlichen Publikationen wird gesprochen und kommentiert: Anatomie des Menschen, Tiere, Pflanzen, mter Verwandtschaften, Hausrat, Kleidung, Nahrung und Krankheiten. 212 Tierarten und nahezu 300 Pflanzennamen kommen in der Cosmographia vor.
Der medizinische Part der "Rudimenta cosmographica" wurde in seiner Bedeutung schon in der zweiten Hlfte des 20. Jahrhunderts vom Kronstdter Arzt und Medizinhistoriker Dr. Arnold Huttmann und von Gernot Nussbcher analysiert. Anschlieend prsentiert auf ber 30 Seiten Gernot Nussbcher, wohl bester zeitgenssische Kenner von Johannes Honterus' Leben und Werk, die Bibliographie ber die Ausgaben der "Cosmographie" fr die Zeit von 1530 bis 1692. Allein dieses Kapitel ist von unschtzbarem dokumentarischem Wert. Dafr wurden nahezu 35 groe Bibliotheken und historische Archive, von Alba Iulia/Karlsburg bis Zrich von Nussbcher im Laufe jahrzehntelanger Arbeit durchforstet und dort, wo Exemplare und Drucke der "Cosmographie" vorliegen, dokumentarisch erfasst.
Einige Worte ber die Form und Gestaltung der "Cosmographie". Fr den Faksimile-Teil wurde die Kopie der Endfassung von 1542 aus dem Archiv der Honterusgemeinde zu Kronstadt verwendet. Titelbild sowie die 16 Landkarten, von Honterus konzipiert, machen das Werk interessant und anschauenswert. Ebenso die zahlreichen Kopien von Drucken aus den 16. bis 18. Jahrhundert, die aus anderen Ausgaben von Weltbeschreibungen stammen oder Menschen und Tiere darstellen, entnommen z. B. dem berhmten Buch des Andreas Vesalius (Basel, 1543). Stdteansichten sowie Portrts von Humanisten der frhen Neuzeit, lockern weiterhin die Texte des Buches auf. Weniger gelungen vielleicht das etwas unruhig wirkende Umschlagbild des Buches.
Dieser Druck ist mit finanzieller Untersttzung und im Auftrag des Departements fr Interethnische Beziehungen der Regierung Rumniens und des Demokratischen Forums der Deutschen in Kronstadt in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis fr Siebenbrgische Landeskunde Heidelberg erschienen. Ein groes Lob den Redakteuren und Autoren, insbesondere dem Hauptinitiator des Werkes, Dr. Robert Offner. Das Buch sollte jedem, der mit der Gegenwart und zumal mit der Vergangenheit Siebenbrgens in Beziehung steht, als Dokumentations- und Prsentationsmodell einer fr die Geschichte Siebenbrgens wichtigen Zeit zur Verfgung stehen. Honterus wird heute als einer der vielseitigsten und produktivsten Schulbuchverleger angesehen. Dass Honterus in der gesamten geistigen Welt der damaligen Zeit bekannt war und gewrdigt wurde, widerspiegelt sich auch in einer uerung des berhmten Mitstreiters von Luther Johannes Buggenhagen, der ber dieses Buch folgendermaen urteilt: "In diesem bescheidenen kleinen We
rk sind der gesamte Plinius und der gesamte Aristoteles zusammengefasst".
Wir schlieen diese Buchbesprechung mit einem Zitat aus dem vierten Kapitel der Cosmographia, in dem die Grenzen der menschlichen Erkenntnisfhigkeit zu Ausdruck kommen, Grenzen, deren wir uns auch heute bewusst sind: "Wer knnte die Krfte und die Namen von allen Dingen enthllen, oder sovieler Arten Gestalt unterscheiden? Gibt es doch mehr Pflanzen als Namen...".

HvK


Johannes Honterus: "Rudimenta Cosmographica. Grundzge der Weltbeschreibung" (Corona, Kronstadt, 1542), kommentierte Faksimile-Ausgabe im Lateinischen, bertragungen ins Deutsche, Rumnische und Ungarische, Schiller Verlag Hermannstadt - Bonn, 2015, 364 Seiten, Preis: 17,80 Euro, ISBN: 978-3-944529-62-2.
Das Buch knnen Sie auch online bestellen.
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 4. DISKUSSIONEN 
Forum: Allgemeines Forum
Thema: Pressespiegel
Rumniens aufblhende Brgergesellschaft: Lichtblick im Osten.
Forum: Allgemeines Forum
Thema: Wo findet man.....?
Salonzuckerl/Szaloncukor fr den Weihnachtsbaum.
Forum: Allgemeines Forum
Thema: Ahnenforschung
Infos zu Hesch aus Bistritz oder Hermannstadt gesucht.
Forum: Saksesch Wlt
Thema: Allerloa af saksesch uch detsch
Der Bir uch der Elefant.
Weitere Themen finden Sie in unseren Diskussionsforen unter:
www.siebenbuerger.de/forum
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 5. TV-TIPPS 
Quelle: Pressetexte der Sender
WDR, Samstag, 5. Dezember, 18:20 bis 18:50
WDR, Montag, 7. Dezember, 9:45 bis 10:15
Nordstadtkinder
Stefan
Ein Film von Bettina Braun
Drogen, Armut und Prostitution sind in der Dortmunder Nordstadt an der Tagesordnung. Ein schwieriges Milieu fr Kinder, die eigentlich nur Kind sein wollen. Wir stellen in unserer Reihe "Nordstadtkinder" heute Stefan vor.
Stefan ist zehn Jahre alt und lebt mit seiner Mutter und vier Geschwistern in einer Einzimmerwohnung in der Dortmunder Nordstadt. Sie sind Roma aus Rumnien. Stefan muss sich tglich groen Herausforderungen stellen: Die Enge der Wohnung, der stndige Geldmangel, das Gefhl, als ltester Sohn den Vater ersetzen zu mssen, der seit drei Jahren im Gefngnis sitzt. Und nicht zuletzt die Anstrengung, die deutsche Sprache zu erlernen. Doch Stefan ist ehrgeizig, kmpft beharrlich und stellt sich auf die fremde Sprache und die Werte ein, die ihm seine Mutter Lucia vermittelt. ber allem thront der abwesende und doch allzeit prsente Vater. Ein intimer Einblick in den Alltag der Familie.
ARD alpha, Samstag, 5. Dezember, 20:15 bis 21:00
ARD alpha, Montag, 7. Dezember, 17:15 bis 18:00
Rumnien - Der Anklger Ceauşescus
Als der Ostblock Geschichte wurde
Es war der blutigste Umbruch im ehemaligen Ostblock: Rumnien 1989. ber 1000 Menschen starben, mehrere tausend wurden verletzt. Der spektakulre Sturz des Diktators Nicolae Ceauşescu am 22. Dezember 1989 war von langer Hand vorbereitet, von Gegnern Ceauşescus, die selbst an die Macht wollten. Dan Voinea war der Anklger im Verfahren gegen Nicolae und Elena Ceauşescu nach 24 Jahren Diktatur. Es war der Prozess seines Lebens. Ob aus Pflichtgefhl fr Rumnien, weil er seine Karrierechance witterte, oder weil er gefragt wurde. Bis heute ist das unklar, wie viele andere politische und historische Dinge auch in dem Land, das seit Anfang 2007 zur EU gehrt.
Inzwischen wurde Dan Voinea vom Generalstaatsanwalt am Militrgericht zu dessen Stellvertreter degradiert. Sogar der Wechsel zum Zivilgericht wurde ihm nahe gelegt. Dan Voinea hat nicht gelitten unter Ceauşescu. Allerdings Nicoleta Matei, heute 34, die mit Vater und Bruder ins Gefngnis und spter in ein Umerziehungsheim gesperrt wurde. Bis heute eine traumatische Erfahrung fr die junge Mutter. Oder der 36-jhrige Cătălin Giurcanu, der seinen Vater in den Revolutionswirren verlor, ihn erschossen im eigenen Wohnviertel fand. Sie erzhlen, wie sie die Revolution von 1989 erlebt, wie sie gelitten haben und wie sie heute dafr kmpfen, dass die Verantwortlichen fr die Toten und Verletzten endlich vor Gericht gestellt werden. Nach 20 Jahren.
Einer der Verantwortlichen ist in ihren Augen der Nachfolger Ceauşescus, Ion Iliescu, der mit einer Clique Gleichgesinnter den Umsturz von langer Hand vorbereitete. Er, ein Befrworter der Perestroika unter Gorbatschow, knpfte nach seinem Amtsantritt im Mai 1990 wieder enge Beziehungen zur Sowjetunion. Bis heute leugnet er jegliche Verbindungen mit Moskau. Wir haben auch Lzl Tks besucht, den Pastor aus Temeswar, vor dessen Haus damals die Revolution begann. Er hatte mit einem Interview bereits im Sommer 1989 die elenden Verhltnisse in Rumnien als einer der Ersten ffentlich gemacht.
Die spannende Dokumentation erzhlt mit bisher noch nie gesehenem Archivmaterial von den Jahren der Diktatur, in denen Nicolae und Elena Ceauşescu gute Geschfte mit dem Westen machten und Rumnien von der Sowjetunion weitgehend unabhngig. Sie erzhlt aber vor allem von dem gelenkten Umsturz, der im Dezember 1989 zur Revolution wurde, und von dem legendren bis heute umstrittenen Prozess unter Militrstaatsanwalt Dan Voinea gegen das Diktatorenpaar, dessen Ende - die quasi ffentliche Erschieung vor laufender Kamera - von einer kleinen Gruppe machthungriger Kommunisten beschlossen wurde.
RBB, Sonntag, 6. Dezember, 12:20 bis 12:45
RBB, Sonntag, 13. Dezember, 12:05 bis 12:30
RBB, Sonntag, 20. Dezeber, 12:05 bis 12:30
Ihr Kinderlein kommet
Zwischen Kanzel und Kinderbuggy
4-teilige Doku-Serie
Bei Pfarrersfamilie Virginas aus dem vogtlndischen Klingenthal ist es alles andere als ruhig, wenn die Weihnachtszeit naht. Ein Termin jagt den nchsten, denn zu den blichen beruflichen Aufgaben, wie den Gottesdiensten, Taufen, Beerdigungen, dem Konfirmandenunterricht oder den Hausbesuchen kommen dann Weihnachtsmarkterffnungen, Lichterfest, Weihnachtsausstellung und die Vorbereitungen fr das Krippenspiel.
"In der Vorweihnachtszeit eilen wir von Besinnung zu Besinnung!", schmunzelt Imola Virginas. Die gebrtige Rumnin hat ihren Mann Andreas, der aus dem schsischen Lichtenstein stammt, beim Theologiestudium in Herrmannstadt in Rumnien kennengelernt. Inzwischen haben sie drei Kinder und Rebekka (7), Jonah (4) und die kleine Jolanda (6 Monate) halten das Pfarrerehepaar auch gut auf Trab.
Seit zwei Jahren leiten sie gemeinsam eine der vier Klingenthaler Pfarrstellen und bewohnen das Pfarrhaus an der wunderschnen Rundkirche. Solange Imola noch in Elternzeit ist, hat Andreas allerdings einen ziemlich anstrengenden Vollzeitjob. Immer ansprechbar und fr andere da zu sein kostet viel Zeit und Kraft. Doch das Paar hat sich vorgenommen, einiges anders zu machen. So ist zum Beispiel der Montag ihr freier Tag, der nur ihnen und den Kindern gehrt. Daran mussten sich die Gemeindemitglieder erst gewhnen.
Die Gemeinde ist lebendig und es gibt ber 300 ehrenamtlich Aktive. Zum Beispiel Kantor Matthias Sandner, der sich mit groem Einsatz allen musikalischen Belangen der Gemeinde widmet. Unter seiner Leitung sorgen Chor und Posaunenkapelle besonders in der Vorweihnachtszeit fr wunderbare Klnge. Oder Daniel Plo, der Gemeindepdagoge, der neben dem Religionsunterricht in der Schule auch die Proben zum Krippenspiel betreut, Kindergottesdienste hlt oder mit den kleinen Sngern der Kindergruppe ltere Menschen zuhause besucht und erfreut. Unentbehrlich sind auch die Helfer vom "Cafe B", die Lebensmittel fr die rmsten verteilen und fr soziale Wrme sorgen.
Das Erste, Montag, 7. Dezember, 23:40 bis 0:25
3sat, Donnerstag, 17. Dezember, 18:15 bis 19:00
Die Story im Ersten
So tickt Europas Jugend
Eine verlorene Generation?
Film von Joana Jschke und Matthias Ebert
Viele junge Europer sehen fr sich keine Perspektive, finden kaum Jobs und knnen von einer eigenen Familie nur trumen. Die Folge: Europa droht in vielen Lndern eine ganze Generation zu verlieren. Whrend die Kluft zwischen Arm und Reich in Europa immer grer wird, wchst der Druck auf die jungen Menschen. Sie mssen leistungsfhiger und flexibler sein als je zuvor. Von der Politik dagegen sehen sich viele im Stich gelassen. Was bedeutet es, wenn sich immer mehr junge Menschen abgehngt fhlen? Wohin fhrt sie ihr Frust an der Politik? "So tickt Europas Jugend" reist deshalb dorthin, wo die Probleme der Jugend am strksten zu Tage treten.
Die Reise beginnt in Spanien: Dort sind 53,2 Prozent der Jugendlichen ohne Job - europaweit spitze. Die angekndigte EU-"Jobgarantie" und die Frdergelder der EU sind nur ein Tropfen auf den heien Stein. In ihrem Frust setzen viele Jung-Arbeitslose auf Podemos, eine linke Protestpartei. Sie wird bei der Parlamentswahl in Spanien am 20. Dezember wohl zum Znglein an der Waage. Offen, mit welchen Folgen fr die gerade wieder anspringende spanische Wirtschaft. Viele junge Spanier aber haben das Vertrauen in ihr Land vllig verloren. Sie wandern aus, vielleicht fr immer.
Die grte Rate junger Auswanderer in Europa hat Rumnien - mit dramatischen Folgen fr die lndlichen Regionen. Rumnische Krankenhuser mssen dichtmachen, weil tausende rzte fehlen, Dorf-Brgermeister mssen sich um Kinder kmmern, die von anderen ausgewanderten Eltern zurckgelassen werden. Doch es gibt auch Hoffnung: Die IT-Branche boomt in Bukarest. Ein Hauch von Silicon Valley in Rumnien.
BR Fernsehen, Freitag, 11. Dezember, 19:45 bis 22:45
Sternstunden-Gala 2015
Moderation: Sabine Sauer, Michael Altinger
Am 11. Dezember findet im Bayerischen Rundfunk wieder der groe "Sternstunden"-Tag statt mit der festlichen "Sternstunden-Gala" am Abend aus der Nrnberger Frankenhalle, moderiert von Sabine Sauer und Michael Altinger. Und natrlich haben sich viele Musik-Gren und prominente Paten angesagt, um ihren guten Namen in den Dienst der erfolgreichsten Benefizaktion Bayerns zu stellen.
Auch nach 22 Jahren ist "Sternstunden - Wir helfen Kindern - die Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks" eine verlssliche Gre, wenn es um nachhaltige, schnelle und sinnvolle Hilfe fr kranke, behinderte und in Not geratene Kinder geht. Bis jetzt konnte "Sternstunden" dank der ungebrochenen Hilfsbereitschaft vieler Menschen mehr als 2.550 Kinderhilfsprojekte in Bayern, Deutschland und der ganzen Welt mit rund 182 Millionen Euro untersttzen.
Damit die nachhaltige Hilfe, die zu 100 Prozent bei den Projekten ankommt, nicht abreit, wird weiter gesammelt. Bei der festlichen "Sternstunden-Gala" gehren zu den Gsten beliebte frnkische Stars wie Heimann und Rassau mit dem Orchester Thilo Wolf oder Kabarettist Michl Mller sowie internationale Popstars wie Marit Larsen und Barry Ryan. Die Musiker von Blechschaden treten gemeinsam mit Mnchens ehemaligem Oberbrgermeister Christian Ude auf, Kabarettist und Snger Hannes Ringlstetter prsentiert mit Mitgliedern der Regensburger Domspatzen das diesjhrige Sternstundenlied "Einfach so" und die Ausnahme-Percussionisten Double Drums berraschen mit ungewhnlichen Beats.
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Auch der beliebte Politiker-Chor wird nicht fehlen. ber ihr Engagement fr und ihre Erfahrungen mit rumnischen Kinderhilfsprojekten wird in der Gala die Rumnien-Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung und Landtagsprsidentin Barbara Stamm berichten. Sngerin Claudia Koreck setzt sich fr eine Frhchen-Station im niederbayerischen Passau ein und Hannes Ringelstetter fr unbegleitete minderjhrige Flchtlinge, die von den Rummelsberger Diensten in Mittelfranken betreut werden. Weitere Themen: Bayerns erstes Kinderschmerzzentrum und Hilfe fr traumatisierte Kinder.
ARTE, Samstag, 12. Dezember, 23:00 bis 23:45
Tracks
Thema u.a. "Marius Ursache: Der Tod steht ihm gut"
Kann man noch in Ruhe sterben? Das Internet bestimmt unser Leben, jetzt lsst es uns auch nach dem Tod nicht los. Auf Friedhfen werden Grabsteine mit QR-Codes versehen, ber den Trauernde und Spaziergnger mehr ber den Menschen erfahren knnen, der darunter liegt. Marius Ursache wiederum will den Tod mit einem digitalen Trick berlisten: Auf seiner Plattform "Eterni.me" kann man sich einen Avatar erstellen und ihn so lange mit persnlichen Daten fttern, bis er einem perfekt hnelt. 30.000 Personen haben sich bereits registriert und zchten sich ein virtuelles Ebenbild heran, das nach ihrem Tod an ihrer statt weiterlebt. Die Schnapsidee eines Geeks? Vielleicht nicht: Der 37-jhrige Ingenieur aus Rumnien, der heute in San Francisco lebt, entwickelte sein futuristisches Projekt immerhin am renommierten Massachussetts Institute of Technology in Boston.
BR Fernsehen, Sonntag, 13. Dezember, 18:43 bis 18:45
Sternstunden Adventskalender
Wir helfen Kindern
Mit seiner Hilfsaktion Sternstunden setzt sich der Bayerische Rundfunk fr Not leidende Kinder in Bayern, Deutschland und auf der ganzen Welt ein. Seit der Grndung 1993 hat Sternstunden mehr als 2.500 Projekte gefrdert.
Die rumnische Stiftung Hecuba beginnt mit Untersttzung des Frdervereins Bavaria-Romania eine auf die besonderen Bedrfnisse von Straenkindern in Rumnien angelegte Therapie- und Betreuungsarbeit sowie die Verpflegung dieser "EU-Waisen". Landtagsprsidentin Barbara Stamm stellt sich gerne als Sternstunden-Patin zur Verfgung, ist sie doch schon seit ber 20 Jahren die Rumnienbeauftrage des Freistaates Bayern.
BR Fernsehen, Samstag, 19. Dezember, 18:43 bis 18:45
Sternstunden Adventskalender
Wir helfen Kindern
Im rumnischen Hermannstadt soll ein bestehendes Alten- und Pflegeheim um ein Kinderhospiz erweitert werden. "Sternstunden" stellt Spendengelder zum notwendigen Aus- und Umbau der Rumlichkeiten zur Verfgung. Die Schmerztherapie und Pflege kann in einem Kinderhospiz professionell und kindgerecht durchgefhrt werden, und die Familien erhalten die notwendige psychologische Betreuung.
Wie in jedem Jahr prsentiert die Reihe "Sternstunden Adventskalender" vom 1. bis zum 24. Dezember mehrmals tglich im Bayerischen Fernsehen ein aktuelles Hilfsprojekt, das von "Sternstunden - die Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks" untersttzt wird.
ZDFinfo, Samstag, 19. Dezember, 11:15 bis 12:00
Countdown zum Untergang
Das lange Ende des Zweiten Weltkrieges - Oktober 1944
Im Sommer 1944 tritt der Zweite Weltkrieg in seine Endphase. Whrenddessen entscheidet sich das militrische Schicksal des Dritten Reiches.
Die westlichen Alliierten befreien Frankreich, Belgien und die Niederlande. Die Rote Armee erobert im Osten Lnder wie Rumnien, Ungarn und Polen, die nach Kriegsende Satellitenstaaten der Sowjetunion werden.
3sat, Montag, 21. Dezember, 11:50 bis 12:15
Der Geschmack Europas (3/10)
Siebenbrgen
Lojze Wieser bereist diesmal Siebenbrgen. Die rumnische, die schsisch-deutsche, die sterreichisch-landlerische und die szekler-ungarische Kultur treffen hier aufeinander. Die verschiedenen Volksgruppen brachten ihre Kochtraditionen mit, die in stndigem Wandel und mit Anpassungen in Notzeiten bis heute berlebt haben. Traditionelle und neue Zutaten wie die Sommer- und Winter-Trffel wecken die Lust, die Region zu bereisen.
Weitere Tipps demnchst auf Siebenbuerger.de.
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 6. INTERVIEWS 
Hand in Hand fr den Verband
Mit welchen Aufgabenstellungen treten Verbandsprsident Dr. Bernd Fabritius und Bundesvorsitzende Herta Daniel ihre neuen mter an?
Mit der Wahl einer Doppelspitze hat der Verbandstag am 7. November in Bonn wichtige Personalentscheidungen getroffen. Zum ersten Mal in der 66-jhrigen Geschichte unseres Verbandes der Siebenbrger Sachsen in Deutschland bernimmt eine Frau die Fhrungsfunktion: Die frisch gewhlte Bundesvorsitzende Herta Daniel (1952 in Hermannstadt geboren, Ausreise 1977, Diplom-Chemikerin, verwitwet, zwei Tchter, wohnt in Geretsried), bis dahin Stellvertretende Bundesvorsitzende und Vorsitzende des Landesverbandes Bayern, tritt die Nachfolge an von Dr. Bernd Fabritius. Der CSU-Bundestagsabgeordnete und Prsident des Bundes der Vertriebenen (1965 in Agnetheln geboren, Ausreise 1984, Jurist, eingetragene Lebenspartnerschaft, wohnhaft in Mnchen) bekleidet nach acht Jahren als Bundesvorsitzender nun das neu geschaffene Amt des Verbandsprsidenten. Die nachfolgenden Gesprche, die Christian Schoger mit den beiden Spitzenvertretern unseres Verbandes fhrte, kreisen um die neue personelle Konstellation
sowie die vordringlichen landsmannschaftlichen Aufgaben und Projekte, allen voran das im Aufbau befindliche Siebenbrgische Kultur- und Begegnungszentrum auf Schloss Horneck in Gundelsheim.
Bundesvorsitzende Herta Daniel will junge Generation an Fhrungsaufgaben heranfhren
Frau Daniel, herzlichen Glckwunsch zu Ihrer Wahl zur Bundesvorsitzenden! 79 Prozent der Delegierten haben fr Sie gestimmt. Wie bewerten Sie das Ergebnis?
Danke fr den Glckwunsch! Dieses Wahlergebnis ist ein ausgezeichnetes Zeugnis fr die verbandspolitische Reife unserer Delegierten! Wir sind in einer echten Demokratie angekommen und haben uns deren Regeln zu eigen gemacht! Ich hatte whrend meiner Vorstellung vor der Wahl dazu aufgefordert, die Person als Bundesvorsitzende/n zu whlen, von der man selber berzeugt sei, dass sie den Verband sicher und gut ber die nchsten Jahre bringen kann. ber 20% waren der Meinung, dass nicht ich diese Person bin, und das ist gut so, hat es doch den Vorteil, dass eine gesunde Opposition mich bzw. meine, unsere Verbandsarbeit kritisch begleiten und sich in einen konstruktiven Dialog einbringen kann.
Empfinden Sie auch eine gewisse Genugtuung, dass mit Ihnen erstmals eine Frau an der Spitze unseres bisher von Mnnern gefhrten Verbandes steht?
Diese Frage stellt sich fr mich nicht. Auch in unseren Verband haben ganz normale Vernderungen der Gesellschaft - ohne Einfhrung einer Frauenquote - Einzug gehalten: Genauso wie in anderen Bereichen unserer Gesellschaft sind die vielen tchtigen Frauen aus unserem Verband nicht mehr wegzudenken!
Beabsichtigen Sie Ihr Amt als Vorsitzende des Landesverbandes Bayern fortzufhren?
Leider nein, das ist wegen mglicher Interessenkollisionen nicht sinnvoll. Als Bundesvorsitzende muss man objektiv sein und alle Landesgruppen gleich behandeln. Ist man zustzlich auch Landesvorsitzende des grten Landesverbandes, drfte die Sicht einseitig geprgt sein und Interessenkonflikte wren vorprogrammiert, teilweise sicher auch zu Ungunsten des eigenen Landesverbandes, um dem Vorwurf der Vorteilsnahme entgegenzuwirken. Wir haben sehr fhige Mitglieder im Landesverband Bayern, so dass ich mir um meine Nachfolge auf Landesebene keine Sorgen mache.
Kraft der von den Delegierten des Verbandstages beschlossenen Satzungsnderung bilden Sie als Bundesvorsitzende und Dr. Fabritius als Verbandsprsident die Verbandsspitze. Die jeweiligen Kompetenzen sind klar geregelt. Ihnen obliegen im Wesentlichen die innergemeinschaftlichen Aufgaben des Verbandes. Bitte konkretisieren Sie Ihren Wirkbereich.
Gem unserer Satzung obliegen dem bzw. der Bundesvorsitzenden die Einberufung und Leitung der Bundesvorstandssitzungen, der Sitzungen des Geschftsfhrenden Vorstands, des Verbandstages. Die Zusammenarbeit mit den Gliederungen des Verbandes, wie Landesverbnde, Kreisgruppen, HOGs fllt ebenfalls in meinen Aufgabenbereich. Zu den angenehmsten Aufgaben gehren wohl die Unterzeichnung von Beitrittsprotokollen von Personenvereinigungen und die Verleihung von Ehrungen an verdiente Mitglieder unseres Verbandes. Erfahrungsgem werden die Entscheidungsfindungen zusammen mit den anderen Vorstandsmitgliedern ber verschiedene Verbandsthemen, das Tagesgeschft also, die meiste Zeit in Anspruch nehmen.
Haben Sie bereits abgesprochen, wer beim nchsten Heimattag bei der politischen Kundgebung am Pfingstsonntag vor der Schranne spricht?
Das ist die hufigste Frage, die mir vor und nach der Wahl gestellt wurde! Man knnte den Eindruck gewinnen, dass sich die Ttigkeit eines Bundesvorsitzenden in den Augen vieler Mitglieder auf diese ca. 15 Minuten dauernde Ansprache beschrnkt! Meines Erachtens kommt es eher darauf an, WAS bei der politischen Kundgebung gesagt wird und nicht WER spricht! Bevor allerdings etwas Substanzielles gesagt werden kann, muss zunchst viel geleistet werden. Pfingsten liegt in unserem Terminkalender noch sehr weit entfernt in der Zukunft und ich bin erst ein paar Tage in diesem Ehrenamt!
Welche Schwerpunkte wollen Sie in den nchsten Jahren in der Verbandsarbeit setzen?
Eine vermehrte Einbindung der jungen Generation in alle Ebenen der Verbandsarbeit halte ich fr sehr wichtig, um diese an Fhrungsaufgaben heranzufhren. Bei der Pflege unserer Traditionen mssen wir darauf achten, alle Bereiche unserer Kultur abzudecken und uns nicht nur auf die Brauchtums- und Trachtenpflege zu beschrnken, um vor allem der Jugend Identifikationsmglichkeiten zu bieten und so deren Assimilation entgegenzuwirken. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Weitergabe unserer Werte an die junge Generation.
Ein bedeutendes Anliegen ist der Erhalt der Einheit unserer kulturellen Einrichtungen auf Schloss Horneck in Gundelsheim. Zudem erhoffe ich mir durch die neue Referatsleiterin ffentlichkeitsarbeit, Ingrid Hermann, neue Impulse fr eine verstrkte Wahrnehmung der Siebenbrger Sachsen in Politik und Gesellschaft.
Gemeinsam mit der Siebenbrgisch-Schsischen Jugend in Deutschland (SJD), den HOGs bzw. deren Dachverband wollen wir eine weitere Vernetzung innerhalb der weltweiten Fderation der Siebenbrger Sachsen anstreben, genauso wie eine verstrkte Zusammenarbeit zwischen Kreis- und Landesgruppen.
In Anbetracht der bekannten demographischen Verhltnisse in unserem Verband werde ich ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung der Mitgliederzahlen und auf die Mitgliederwerbung haben.
Die bundesweiten Mitgliederzahlen sind im Zeitraum von 1996 bis 2015 von rund 42 000 auf knapp 33 000 gesunken. Wie wollen Sie dieser Entwicklung entgegenwirken?
Ich verstehe diese Frage so, dass wir auch in der Beeinflussung der Entwicklung der Mitgliederzahlen als Gemeinschaft agieren, hier sind wir alle gefragt, etwas zu tun! Zunchst mchte ich wiederholen, was ich bei der Vorstellung meiner Ziele auf dem Verbandstag gesagt habe: Ich werde nicht versprechen, dass die Mitgliederzahlen steigen, weil die Vergangenheit gezeigt hat, dass das trotz unterschiedlicher Manahmen nicht funktioniert hat.
Es ist ja nicht so, dass unserem Verband keine neuen Mitglieder beitreten wrden...
Im Gegenteil: Wir verzeichnen jedes Jahr einige Hundert Neumitglieder. Deren Anzahl kann aber die Anzahl der Verluste von Mitgliedern, meistens durch Ableben, nicht aufwiegen! Und wenn man die Altersstruktur unseres Verbandes kennt, ist klar, dass sich diese Entwicklung in hnlicher Weise fortsetzen wird. Es gilt also, den Hebel dort anzusetzen, wo er auch wirken kann: bei den Jngeren unter uns! Und da kommt das familire Umfeld, in dem ein Kind aufwchst, ins Spiel: Hier entscheidet sich, ob es an das Siebenbrgisch-Schsische herangefhrt wird oder nicht - und sich dann im Erwachsenenalter fr eine Mitgliedschaft entscheidet - oder nicht! Wenn sich erst mit 27 Jahren - der Zeitpunkt, an dem die Familienmitgliedschaft endet - die Frage stellt: Wer und was ist dieser Verband berhaupt? Dann sind Chancen vertan worden. Wir knnen als Verband nicht in die Erziehung eingreifen, wir knnen aber die Rahmenbedingungen schaffen oder verbessern, damit sich Kinder und junge Leute bei uns woh
lfhlen.
Das leuchtet grundstzlich ein. An welche Manahmen in der Praxis denken Sie?
Der Bundesvorstand hat auf meinen Vorschlag hin ein Kinderreferat auf Bundesebene eingerichtet, der Verbandstag hat Ute Bako als Kinderreferentin besttigt. Es ist eine erste Kinderreferententagung fr an der Arbeit mit Kindern Interessierte geplant. Ein Fokus wird dabei auf der Bildung von neuen Kindergruppen an der Basis liegen. Meine Erfahrung als Kreis- und Landesvorsitzende hat gezeigt, dass jede Kindergruppe bzw. deren Auftritte Verwandte und Freunde zu den Veranstaltungen nach sich ziehen, die dann ganz ohne Zwang Mitglieder werden - knnen, ganz wichtig: nicht mssen!
berzeugungsarbeit muss auch bei den Skeptikern geleistet werden, die von den vielfltigen Leistungen und Aktivitten unseres Verbandes wenig oder keine Kenntnis haben, damit diese die Bedeutung einer mglichst groen gemeinsamen Interessenvertretung erkennen, die letztendlich allen Siebenbrger Sachsen zugutekommt. Kaum eine Landsmannschaft hat in den letzten Jahren so viel fr ihre Mitglieder erreicht wie unser Verband. Ich erinnere nur an die Abschaffung des Fiktivabzugs bei Fremdrenten, die Entschdigungsleistungen fr die Opfer der Deportation in die Sowjetunion, um nur einige Beispiele zu nennen. - Diejenigen Kreisgruppen, die steigende Mitgliederzahlen verzeichnen, haben neue Mitglieder in der Regel durch persnliche Gesprche gewonnen, die bei den verschiedensten Anlssen wie Veranstaltungen der Kreisgruppen, HOG-Treffen, Geburtstagsfeiern gefhrt wurden. Und das kann jeder von uns tun.
Gengt Ihnen das bisherige Einbinden der Jugend in die Verbandsarbeit? Immerhin ist beim Verbandstag mit Edwin-Andreas Drotleff der kommissarische Bundesjugendleiter der SJD zum Stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewhlt worden.
Die SJD ist die einzige Gliederung unseres Verbandes, die seit Jahren einen stetigen Mitgliederzuwachs verzeichnet. Also ist dort einiges sehr gut gelaufen und die Attraktivitt unseres Verbandes konnte durch das erfolgreiche Wirken vieler ehrenamtlich ttigen jungen Leute gesteigert werden - an dieser Stelle mchte ich diese Arbeit und die Anstrengungen wrdigen und ein herzliches Danke sagen!
Danke und weiter so?
Es ist nichts auf dieser Welt so gut, dass es nicht noch besser werden knnte. Die SJD arbeitet vllig selbststndig und ich habe nicht vor, mich in diese hervorragende Arbeit einzumischen. Was wir aber verbessern knnen, sind, wie bereits erwhnt, die Rahmenbedingungen. Und das haben die Delegierten des Verbandstags getan: Eine Satzungsnderung sieht vor, dass die SJD zustzlich zu den bisherigen Delegierten weitere Delegierte zugesprochen bekommt, deren Anzahl von der Entwicklung der Mitgliederzahlen abhngig ist. Ferner finden wir in den Reihen dieses neuen Bundesvorstands mehr Vertreter der jngeren Generation als bisher, was sich sicher auf die Entscheidungen, die auf dieser Ebene unseres Verbandes getroffen werden, im Sinne der Jugend auswirken kann! Zusammen mit der Einbindung des kommissarischen Bundesjugendleiters in den Vorstand werden diese Manahmen das Mitsprachrecht der Jugend zuknftig strken.
Als Vorstandsmitglied des Vereins Siebenbrgisches Kulturzentrum "Schloss Horneck" engagieren Sie sich persnlich fr dieses zugleich immens wichtige und mhevolle Gemeinschaftsprojekt. Welchen Beitrag kann und soll unser Verband in den kommenden Jahren noch leisten?
Die Spendenbereitschaft unserer Landsleute war und ist beeindruckend! An dieser Stelle nochmals ein herzliches Danke an alle Spender! Es ist ein Beleg dafr, dass unsere Landsleute unsere Gemeinschaft hoch schtzen, sich darin wohlfhlen und unseren Kultureinrichtungen eine dauerhafte Bleibe sichern wollen. Und diese Gewissheit soll in die Leitgedanken unserer zuknftigen Verbandsarbeit einflieen. Um dieses Kulturzentrum lebensfhig zu machen, ist noch sehr viel zu tun: umfangreiche Brandschutz- und Umbaumanahmen sind notwendig, die sehr viel Geld kosten. Der Trgerverein Siebenbrgisches Kulturzentrum Schloss Horneck e.V. geht mit dem gespendeten Geld sehr verantwortungsbewusst um und wird versuchen, so viel wie mglich an Kosten fr die notwendigen anstehenden Arbeiten am und im Schloss zu sparen, indem auf freiwillige Helfer aus den Reihen unseres Verbandes gesetzt wird, die unter fachlicher Leitung, die anstehenden Arbeiten in ihrer Freizeit durchfhren knnen. Ich erlebe es im
mer wieder, wie spontan und hilfsbereit sich Landsleute engagieren.
Das Fazit, das Sie sich zum Ende Ihrer Amtszeit wnschen wrden?
In der Ruhe liegt die Kraft.
Ich danke Ihnen fr das Gesprch!
Zur Zukunft unserer Kultureinrichtungen auf Schloss Horneck versichert Verbandsprsident Bernd Fabritius: "Wir schaffen das!"
Herr Fabritius, in Bonn wurden Sie mit beachtlichen 87 Prozent zum ersten Verbandsprsidenten gewhlt. Was bedeutet Ihnen dieses Votum der Delegierten?
Es ist einerseits Anerkennung der bisherigen Arbeit und gleichermaen Auftrag und Erwartung, genau so weiter zu machen. Gleichzeitig werte ich es auch als Zustimmung zum neu beschrittenen Weg des Verbandes mit einer Doppelspitze und damit als gute Basis fr eine Fortsetzung der Arbeit auf diesem Weg.
Ihr Funktionswechsel vom Bundesvorsitzenden zum Verbandsprsidenten signalisiert Kontinuitt. Danach vertreten Sie wie bisher unseren Verband in Politik und Gesellschaft, Welche Erwartungen knpfen Sie an die arbeitsteilige Kooperation mit der neuen Bundesvorsitzenden Herta Daniel?
Herta Daniel kenne ich schon sehr lange, in ihrer Arbeit als Vorsitzende des Landesverbandes Bayern und in ihrer Arbeit als Stellvertretende Bundesvorsitzende. Ich habe Frau Daniel als eine pragmatische, wohl berlegte und entscheidungssichere, konstruktiv-kritische Mitdenkerin erlebt, mit einem sehr sicheren "siebenbrgisch-schsischen Kompass", mit der ich schon die letzten Jahre wegen genau dieser Eigenschaften hervorragend zusammenarbeiten konnte. Ich denke, dass wir die komplexen Aufgaben, die eine Vertretung unserer Gemeinschaft nach innen und nach auen mit sich bringen, in genau dieser Aufgabenteilung gut gemeinsam bewltigen knnen.
Acht Jahre lang haben Sie den Verband der Siebenbrger Sachsen in Deutschland als Bundesvorsitzender gefhrt. Wie fllt Ihre Bilanz aus hinsichtlich der positiven Entwicklungen und Erfolge, was ist misslungen bzw. steht noch auf der Agenda?
Nun, die Aufgaben des Bundesvorsitzenden zhlen aus meiner Sicht zu den schnsten und auch anspruchsvollsten in unserer Gemeinschaft. Wichtig sind einerseits ein enger Kontakt mit den Menschen an der Basis, unseren Gliederungen, den Jugendverbnden. Hier ging es mir darum, ein "schsisches Selbstvertrauen" unserer Landsleute in der bundesdeutschen Gesellschaft, deren Teil wir heute sind, zu festigen. Alle Signale deuten darauf hin, dass dieses zunehmend wchst. Gleichzeitig wollte ich den Brckenschlag in die Heimat sichern und das Denken berwinden: "wir hier - ihr dort". Es bestehen zu unseren Landsleuten in allen Gegenden, in denen wir heute zu Hause sind, gerade auch in Siebenbrgen, aber auch in sterreich, in Kanada und den USA, brderliche Kontakte. Diese sind institutionell auf Ebene des Demokratischen Forums der Deutschen in Siebenbrgen, der Evangelischen Kirche A.B. in Rumnien und der Verbnde im der Fderation entwickelt, zudem werden sie in den alltglichen Beziehungen
gelebt. Das Schlagwort einer "grenzberschreitenden Gemeinschaft" ist Realitt geworden. Bezglich der Integration und der Interessenvertretung in Deutschland ist vieles, aber nicht alles gelungen.
Was konkret schlgt negativ zu Buche?
Wir konnten die 40%-Krzung der Rentenanwartschaften leider nicht ganz, sondern nur fr eine bergangszeit verhindern. Das ist eine schmerzliche Erfahrung, die vielleicht auch auf Versumnisse in der politischen Interessenwahrnehmung der letzten Jahrzehnte zurckzufhren ist. Anschlieend ist es jedoch gelungen, einen weiteren "Fiktivabzug" von den Renten mit FRG-Bezug zu verhindern. Diese Praxis der Rentenbehrden konnte erfolgreich angegriffen werden, alle Betroffenen haben die Renten entsprechend nachgezahlt bekommen. Offen ist auf diesem Gebiet die Korrektur einer weiteren Fehlentwicklung in der rentenrechtlichen Integration. Gute Verwaltungspraxis, die auch in langen Gerichtsverfahren durchgesetzt und verfestigt werden konnte, wird durch eine Zustndigkeitsnderung bei den Rentenbehrden vor einigen Jahren zunehmend aufgegeben, wir stellen eine zunehmend restriktive bis feindliche Praxis bei Anerkennung der Anwartschaften in den Herkunftsgebieten fest. Hier mssen wir uns weiter
dafr einsetzen, dass Augenma und Situationsverstndnis wieder Raum gewinnen. In Rumnien sind die Restitutionsverfahren noch im Argen, hier sind weitere beharrliche Bemhungen erforderlich. Dass sich solche auch lohnen knnen, haben wir mit der Durchsetzung der Zahlung von Entschdigungen fr die Russlanddeportierten bewiesen.
Deutschland entschdigt ab 2016 deutsche Zwangsarbeiter, darunter auch Siebenbrger Sachsen. Der Verbandstag hatte in einer einstimmigen Resolution die Bundesregierung zu dieser humanitren Geste aufgefordert. Kommt diese Entscheidung nicht zu spt? Zu viele Opfer sind inzwischen verstorben.
Natrlich kommt die Entscheidung fr die Verstorbenen leider zu spt. Fr die noch lebenden Opfer hingegen ist sie ein wichtiges Zeichen der Rehabilitierung und der Anerkennung des Sonderopfers. Das gilt fr die Entschdigung aus Rumnien gleichermaen wie die nun vom Bundestag beschlossene Wiedergutmachung. Ich bedauere jeden Fall, in dem Betroffene dieses nicht mehr erleben knnen - wie z. B. mein Opa, der fnf Jahre in Russland gewesen und bereits vor Jahren verstorben ist. Ich freue mich aber umso mehr fr jede Person, die nun eine sprbare Wiedergutmachung und damit eine Rehabilitierung erfhrt.
Hoffnungsvoll stimmt der gemeinschaftlich gestemmte Erwerb von Schloss Horneck zum Aufbau des Siebenbrgischen Kultur- und Begegnungszentrums. Sie sind gut vernetzt in Berlin. Rechnen Sie noch mit finanzieller Untersttzung der ffentlichen Hand entsprechend ihrer gesetzlichen Verpflichtung?
Auch dazu sind erforderliche Weichenstellungen mglich gewesen. Es wird gar nicht anders gehen, als dass sowohl das Land Baden-Wrttemberg als auch der Bund hier den Verpflichtungen gerecht werden. Hilfe aus ffentlicher Hand kann aber immer nur Hilfe zur Selbsthilfe sein, daher sind auch wir als Gemeinschaft weiter gefragt, wenn wir UNSERE Kultureinrichtungen am Leben halten wollen.
Wie hoch beziffern Sie als Vorsitzender des Trgervereins Siebenbrgisches Kulturzentrum "Schloss Horneck" die Chancen, dass es in den kommenden Jahren gelingen wird, dieses Zukunftsprojekt zu verwirklichen? Was wrde ein Scheitern bedeuten?
Wir schaffen das! Ein Scheitern drfen wir nicht einplanen. Ich mchte mir nicht vorstellen, unsere siebenbrgisch-schsische Nationalbibliothek oder das Museum, in dem Glanzlichter unserer Kultur und Geschichte als Teil des "gesamtdeutschen kulturellen Erbes" prsentiert werden, sprichwrtlich in Kisten zu packen und einzulagern. Das Konzept eines Begegnungszentrums, wie dieses prsentiert werden konnte, finde ich berzeugend.
Welche Hauptanliegen werden Sie als Verbandsprsident neben Schloss Horneck noch im Blick haben?
Die Vertretung aller unserer Anliegen in Politik und Gesellschaft. Hier einige herauszugreifen ist schwierig, weil daraus gleich eine Rangfolge abgeleitet wrde. Jedes einzelne Anliegen ist mir aber wichtig. Ich nenne daher nur beispielhaft die weitere Festigung unserer siebenbrgisch-schsischen Identitt besonders bei den jungen Leuten, die Verbesserung der sozialrechtlichen Integration in Deutschland, speziell im Rentenrecht, die Klrung noch offener Fragen in Rumnien, wie etwa der Restitutionsproblematik oder der Schutz unserer materiellen Kulturgter dort, etc.
Zeitgleich verluft Ihre Politikerkarriere hchst erfolgreich. Als Prsident des Bundes der Vertriebenen erffnen sich Ihnen weitere Einflussmglichkeiten und auch die mediale Wahrnehmung ist gewachsen. Werden Sie bei der Bundestagswahl 2017 wieder kandidieren und Ihre Arbeit fr Vertriebene, Aussiedler und Sptaussiedler fortfhren?
Selbstverstndlich! Erst durch die Erfahrung der letzten beiden Jahre konnte ich ganz konkret feststellen, was wir als Gemeinschaft die letzten Jahre davor versumt haben. In den mageblichen Gremien vertreten zu sein und entschieden mitzureden, mitzustreiten und zu argumentieren, ist absolut unerlsslich.
Als CSU-Bundestagsabgeordneter und zudem berparteilicher BdV-Prsident droht in der aktuellen Flchtlingsproblematik der Interessenkonflikt: Stichwort Aufnahme-Obergrenze, eine Forderung der CSU, die von der Bundeskanzlerin abgelehnt wird. Wie gehen Sie mit dem Druck um, deutlich und berzeugt ffentlich Position zu beziehen?
Ich stelle dort keinen "Druck" fest, sondern ich kann aus berzeugung klare Position beziehen - und mache das auch. Gerade als Vertreter einer Erlebnisgemeinschaft, die Flucht, Vertreibung, Vertreibungsdruck und folgende Aussiedlung selbst erlebt hat, kann ich besonders glaubhaft auch zu solchen Fragen eine politische Meinung uern, die auch wahrgenommen und verffentlicht wird. Ich verweise auf den hervorragenden Pressespiegel von www.siebenbuerger.de, so dass ich hier Wiederholungen vermeiden kann.
Bis 2018 soll die Stiftung Flucht, Vertreibung, Vershnung im Deutschlandhaus in Berlin das Dokumentationszentrum und die Dauerausstellung erffnen. Der anhaltende Streit um das Ausstellungskonzept, um Kompetenzen und Personal bremst das Projekt, beschdigt er es nicht auch nachhaltig?
Ein solcher Streit hilft nie, er wird leider schon zu lange von interessierter Seite gepflegt und befrdert. Dabei geht es um ein wichtiges gesamtgesellschaftliches Anliegen. Ich hoffe, dass sich diese Einsicht auch bei den Gegnern des Projektes durchsetzt und wir bald das noch fehlende Puzzle-Stck in der Gedenkstttenlandschaft unserer Bundeshauptstadt, die Dauerausstellung der Stiftung Flucht Vertreibung Vershnung, erffnen.
Vielen Dank fr das Gesprch!
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