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WirtschaftsWoche
 
 
 
 
Agenda
von Beat Balzli
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Liebe Leserinnen und Leser,

die europäische Idee ist das vielleicht größte Versprechen von allen: ein Kontinent, dessen Nationen jahrhundertelang miteinander im Clinch, im Streit und nicht selten auch im Krieg lagen, vereint sich hinter der Vorstellung, Grenzen zu überwinden: politisch, gesellschaftlich, vor allem wirtschaftlich. Aus Erz- und Erbfeinden werden Freunde, aus Europa eine Union. So fing alles einmal an, damals, 1950 als Frankreichs Außenminister Robert Schuman die Blaupause für die Montanunion lieferte. Von diesem Anfang, dem zweifelsfrei ein Zauber innewohnte, ist Europa derzeit so weit entfernt wie noch nie. Zwar haben die Staaten seit dem Vertrag von Maastricht eine gemeinsame Außen- und Verteidigungspolitik, eine Währungsunion und eine Konvergenz ihrer Arbeitsmärkte. Doch seit dem Ausbruch der Finanz- und Euro-Krise 2008, seit Griechenland-Rettung und Flüchtlingskrise, seit dem Austritt Großbritanniens und dem Aufstieg der Rechtspopulisten und Rechtsstaatsfeinde, befindet sich die EU im Dauerkrisenmodus - insbesondere der Euro-Raum, in dem 19 der bald 27 Staaten zusammengeschlossen sind: Eine Art Kerneuropa? Ein Verbund von Nationen mit Vorbildfunktion und Magnetcharakter, die der weiteren Integration Kontur verliehen, sie vorantreiben - so wie es Wolfgang Schäuble (CDU) einmal vorschwebte? Das Gegenteil, so ist Schäuble in unserem Interview zu verstehen, ist der Fall. Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel heute zum G7-Gipfel nach Kanada reist, ist ihr Europa-Handgepäck so gut wie leer, schreiben unsere Titel-Autoren, die sich in den vergangenen Wochen auf dem ganzen Kontinent umgesehen haben: Bereits seit einem Jahr liegen Reformvorschläge des französischen Präsidenten Emmanuel Macron auf dem Tisch, der den Begriff „Europa“ fast im Alleingang vor dem verunglimpfenden Zugriff der Rechtspopulisten gerettet, beinahe zurückerobert hat. Seit ein paar Tagen, endlich und doch so viel zu spät, liegt eine dürre Antwort Merkels vor: ein paar kurzfristige Kredite, ein paar Milliarden Investitionen, das ist alles. „Viel zu wenig“, schreiben die Kollegen – und zeigen auf, was dringend besser laufen muss und wie das gehen könnte. Titelgeschichte jetzt lesen
 
 
 
WirtschaftsWoche 24: Stresstest für Europa  
 
Stresstest für Europa
 
Wie Handelskrieger Trump und Italiens Populisten die EU spalten wollen – und welche fünf Reformen das verhindern könnten. jetzt lesen
 
 
 
Einladung zur Geldwäsche
 
Deutschlands Immobilienboom ist ja fast schon gespenstisch. Keine Stadt, in der die Preise nicht steigen, kein Fleck im Land, in dem Investoren derzeit nicht auf der Suche sind nach renditeträchtigen Anlagen. Besonders begehrt in der Branche: sogenannte Filetgrundstücke. Deren einziges Kriterium: Lage, Lage, Lage. Der Preis spielt oft nur noch eine Nebenrolle – und ist doch die Hauptbesetzung in dem Drama, das unsere Redakteure Benedikt Becker, Volker ter Haseborg, Christian Ramthun und Andreas Macho inszenieren. Sie vollziehen nach, wie der Immobilienmarkt in Deutschland zum Paradies für Geldwäscher geworden ist. 25 Milliarden Euro schmutziges Geld, schätzt das Bundeskriminalamt, werden jährlich hierzulande mit dem Erwerb von Immobilien und Grundstücken gewaschen: Weil kaum Kontrollen existieren und sich die Behörden gegenseitig behindern, können Kriminelle anscheinend ungehindert Milliarden in Wohnungen und Büros investieren. Vier Jahre ist es her, dass die Geldwäsche-Einheit der OECD Deutschland dringend aufgefordert hat, Ernst zu machen mit dem Kampf gegen das Verbrechen. Doch ausgerechnet am Immobilienmarkt hat sich so gut wie nichts geändert. Was da gerade geschehe, so die Kollegen, sei ein „milliardenschweres Monopoly-Spiel, bei dem die Gehe-ins-Gefängnis-Karte fehlt.“ jetzt lesen
 
 
 
Einladung zur Millionenvernichtung
 
Es klingt unglaublich – und ist doch gelebter westlicher Überfluss-Irrsinn. Tag für Tag werden hierzulande palettenweise neue und unbenutzte Produkte verklappt: Shorts und Shirts, Tablets und Turnschuhe, Modeschmuck, Möbel und Matratzen. Verbrannt. Gepresst. Gehäckselt. Geschreddert. Nur gespendet wird selten. Mitten in Deutschland ist eine riesige, bislang unentdeckte Wert- und Rohstoffvernichtung im Gange, wie Henryk Hielscher, Jacqueline Goebel und Mario Brück recherchiert haben. Sie wird gefüttert von tiefpreissüchtigen Konsumenten, retournierfreudigen Internetbestellern, sich-selbst-überholenden Produktherstellern. Vor allem wird sie gefüttert von Amazon. Rund 15 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftete das US-Unternehmen 2017 hierzulande. Recherchen der WirtschaftsWoche und des ZDF-Magazins „Frontal 21“ decken nun die Kehrseite dieses Versandimperiums auf: interne Dokumente, Fotos und Berichte von Augenzeugen zeigen erstmals im Detail, in welchem Ausmaß Amazon und andere Handelsriesen neue Produkte ausrangieren und vernichten, weil sie aus der Mode sind, sich die Aufarbeitung nicht lohnt oder die Rücksendung an den Hersteller zu teuer wäre. Während die Europäische Union mit einem ganzen Maßnahmenpaket Plastikmüll bekämpfen will, während Aktivisten und Politiker seit Jahren die Verschwendung von Lebensmitteln anprangern, während Umweltschützer und Menschenrechtler gegen Ressourcenverschwendung, Raubbau und Rußpartikel anreden, schreiben unsere Autoren, „läuft im Verborgenen seit Jahren eine systematische, gezielte und ungebremste Vernichtung aufwendig produzierter Produkte - mit verheerenden Folgen für uns alle.“ jetzt lesen
 
 
 
Einladung zur Terrorismusbekämpfung
 
Schüsse hallen durch die Gänge, Schwarzpulver zieht Unternehmer Ekkehard Stein in die Nase, und draußen vor der Tür hören die Menschen nicht auf zu schreien. Der Rechtsanwalt stapelt mehrere Sessel und Tische vor die Tür. Stein und sein Kompagnon, der sich mit ihm in dem schmalen Zimmer verschanzt, fühlen sich vorerst sicher. Doch was, wenn sie es nicht sind? Auf dem Übungsgelände nahe des Frankfurter Flughafens stehen Container und Übungshäuser, daneben ein Schießstand, auf dem Platz ein Panzer und ein Hubschrauber. Regelmäßig trainieren Spezialeinheiten der Polizei und der Bundeswehr. Seit Kurzem kämpft hier ein ganz neues Publikum, wie Reporter Andreas Macho erlebt hat: Deutsche Mittelständler, Manager und Freiberufler trainieren mit Schusswaffen und üben das Verhalten in Terrorlagen. Was wirkt wie ein Kriegsspiel für Erwachsene, ist für immer mehr Unternehmer mit Exportgeschäft in Krisenregionen ernsthafte Weiterbildung. Ein lukratives Geschäft, gerade in Zeiten des sich ausdehnenden internationalen Verbrechens. jetzt lesen
 
 
 
Einladung zum Vergessen
 
Die Zahlen sprechen für sich: Weltweit sind nach offiziellen Angaben mehr als 46 Millionen Menschen von Demenz betroffen; in rund 30 Jahren sollen es bereits 131,5 Millionen sein. Kaum ein Leiden ängstigt die Menschen so sehr wie Alzheimer. Eine Diagnose mit erstaunlicher Karriere. Seit mehr als 30 Jahren arbeiten Arzneimittelhersteller daran, wirksame Medikamente gegen Alzheimer auf einem wachsenden Markt zu platzieren. Die Pharmaindustrie hat mehrere Milliarden investiert, viele Substanzen erprobt. Allein zwischen 2002 und 2012 führten Pharmafirmen gemeinsam mit Forschern an Universitäten mehr als 400 klinische Studien mit 244 Testmedikamenten durch; Tausende Patienten und Gesunde haben freiwillig mitgemacht. Schon oft schien es, als sei eine Heilung zum Greifen nah. Mal sollte eine Impfung den Durchbruch bringen. Mal ein Cholesterinsenker. Doch der Durchbruch kam nie. Womöglich, schreibt unsere Autorin Cornelia Stolze, kommt er niemals. Denn die Alzheimerforscher stehen im Verdacht, haltlose Versprechen in die Welt zu setzen, mit der Hoffnung auf Heilung zu handeln. Der US-Neurologe Peter Whitehouse wirft ihnen vor, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Alzheimer sei keine Krankheit, sondern ein Mythos, der geschaffen wurde, um Forschungsgelder abzuschöpfen und Milliarden zu verdienen. Ein „old boy’s network“, eine „Alzheimermafia“? Die Pharmakonzerne, schreibt Stolze, „jonglieren mit zweifelhaften Thesen, um möglichst viele Patienten möglichst früh und möglichst lange an ihre Präparate zu binden.“ jetzt lesen
 
 
 
Ein erhellendes Wochenende mit vielen tiefen Einblicken wünscht,


Beat Balzli
Chefredakteur WirtschaftsWoche
 
 
 
   
 
PS: Am Donnerstag, den 14. Juni geben drei Fondsmanager in Frankfurt einen Abend lang den WirtschaftsWoche-Lesern tiefen Einblick in ihren Arbeitsalltag - und diskutieren mit WiWo-Expertin Heike Schwerdtfeger über Aktienmärkte, Anlageoptionen und Ausstiegssignale. Erleben Sie die Profis von Loys, Allianz Global Investors und Lingohr & Partner live und lassen Sie sich erklären, wie sich Ihr Geld über Nacht vermehrt. Jana Kiroff reserviert Ihnen gerne einen Platz. Zur Event-Übersicht und Anmeldung.
 
 
 
PPS: Sie haben Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie mir unter agenda@wiwo.de – oder auf Twitter.
 
 
 
 
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