Natürlich gab’s daraufhin wieder wochenlang Groß-Demos. Nicht als Erinnerung an die wachsende Zahl der Opfer, sondern „gegen Rechts“, das für manche Verwirrte im Land längst bei der FDP beginnt. Ehrlich gesagt fände ich es sehr traurig, wenn im nächsten Bundestag keine Liberalen mehr säßen. Sogar noch bestürzender als die zu erwartende Rückkehr jener Linken, die überzeugt ist, dass wir weiterhin eine Million Flüchtlinge pro Jahr locker unterbringen und auch sonst alles mit Staatsknete bezahlen können.
Da haben sich demokratische Maßstäbe verschoben. Und je länger der eigentlich ja kurze Wahlkampf dauerte, umso weniger verstand ich die endlosen Brandmauern-Debatten. Wer am Sonntag die AfD wählen will, kann eigentlich gleich zu Hause bleiben, weil mit Alice Weidel & Co. niemand spielen will. 20 Prozent Wählerwünsche verpuffen damit schon mal. Wenn es also ganz dumm läuft, braucht die Union zum Regieren nach der Wahl als Koalitionspartner gleich zwei Sinkflug-Parteien: SPD und Grüne, die drei Jahre lang wirklich alles gegeben haben, um uns zu desillusionieren.
Und während die Republik Richtung Wahllokal taumelt, droht die Welt zusammenzubrechen. Donald Trump verachtet Europa wie auch uns, kündigt alte Bündnisse, kumpelt mit Putin und beschimpft die Ukraine. Und wir?
Je komplexer die Koalitionsverhandlungen ausfallen, umso länger dauert’s. Schwarz-gelb wäre eine klare Alternative. Aber das kriegen wir wahrscheinlich nicht hin. Wir schreiben den 21. Februar 2025. Kriegsgefahren liegen in der Luft, und wir werden weitere Monate nicht mal einen Regierungschef haben. Kann sein, dass die Weltbühne uns in der Zwischenzeit glatt vergisst. Geschieht uns vielleicht ganz recht, oder? Darauf noch ein Eis vom Netto.
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