Liebe Leserinnen und Leser,
 

es gibt wieder neuen Wein in alten Schläuchen – natürlich nicht beim Cicero, aber in der großen Welt um uns herum. Heute nämlich ist der „9. Deutsche Diversity-Tag“. Und der steht unter dem poppig-bunten Motto „Ich bin Vielfalt“. Das ist eigentlich eine schöne Sache. Denn unsere Gesellschaft ist vielfältig, und Diversity ist wichtig für den Zusammenhalt von uns allen. Niemand besteht schließlich nur aus den Basisangaben auf seinem Personalausweis. Neben Größe, Anschrift, Augenfarbe werden wir geprägt von sozialer Herkunft, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, sexueller Orientierung oder weltanschaulicher Präferenz. Jeder ist da eine ganz eigene Mischung, und es braucht schon das richtige Durcheinander – in der eigenen Persönlichkeit wie auch im persönlichen Umfeld -, um als Gesellschaft offen und innovativ zu bleiben. Lieber also ein Kunterbunt als eine Ansammlung normierter Menschen.
 

So weit, so richtig, so gut. Aber braucht man für diese Binse einen „Diversity-Tag“? Hätte nicht auch ein bisschen Lacan-Lektüre gereicht, um zu erkennen, dass jeder Mensch aus vielen Einzelteilen besteht? „Das Ich ist nicht das Ich“, heißt es in einer von Lacans berühmtesten Schriften aus dem Jahr 1936. Ein Satz, der schon damals ganz sicher auch „Ich bin Vielfalt“ hätte heißen können. Oder denken Sie an den dichtenden Eigenbrötler Arthur Rimbaud: „Ich ist ein Anderer“ hat der bereits vor genau 200 Jahren in einem epochalen Brief über sich selbst herausgefunden.

So viel Diversity, und das alles ohne „Diversity-Tag“. Manchmal hat man tatsächlich den Eindruck, die von früher waren schon wesentlich weiter. Aber vielleicht dreht sich die menschliche Erkenntnis ja ohnehin nur im Kreis. Einem solchen Modell scheint der einst in Israel geborene Psychologe Ahmad Mansour anzuhängen: Was einmal falsch gelaufen ist, das kommt am Ende immer wieder zu einem zurück. Die Integration von Flüchtlingen zum Beispiel. Für Mansour kommt die gerade mit den antisemitischen Ausschreitungen der letzten Tage „wie ein Bumerang zu uns zurück“. Wo genau Ahmad Mansour die Probleme sieht, das verrät er im Cicero-Interview.

Kreisförmig mochte einem in den vergangenen Monaten auch die ewige Wiederkehr von Lockdown und Lockerung erscheinen. Wir haben daher mal einen Blick in die Alpen gewagt, um zu schauen, was wir von unseren Schweizer Nachbarn lernen können. Dort gab es nämlich lange Zeit viel höhere Inzidenzen, und dennoch hat man dort das öffentliche Leben viel schneller wieder hochgefahren. Der Schweizer Infektiologe Manuel Battegay erklärt, wie das sein kann.
 

Schauen Sie also gerne auf cicero.de vorbei. Es lohnt sich; denn wir sind Vielfalt!
 

Ihr Ralf Hanselle, stellvertretender Chefredakteur

 
 
 
 
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